Gestern war ich im Kino. In einem deutschen Film. “Finsterworld”, der Film, über den gerade jeder spricht. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich gar nicht erinnern kann, wann ich das letzte Mal ein Kino betreten habe, weil ich einen deutschen Film sehen wollte. Sorry. Ich kann die bayerischen Komödien nicht mehr sehen und ich habe keine Lust mehr auf plakativen Humor oder nuschelnde Menschen auf der Leinwand, während ich meine Sprechübungen mache. Nö.
Und dann das. Der Episodenfilm “Finsterworld” besticht durch Dialoge, die einem so noch nie oder nur selten im deutschen Kino um die Ohren geschmissen wurden. So perfekt platziert, so authentisch gesprochen, dass man sich mittendrin befinden kann. In der Situation und zwischen den Figuren, die so überragend gezeichnet sind, dass ich teilweise sprachlos dasaß und selig in mich hinein lächelte… endlich, endlich, endlich kein Kriegsfilm. Keine Comedy, bei der das alleinige Hinschauen weh tut. Kein Happy-End, das klar ist, bevor ich das Kinoplakat zum ersten Mal sehe. Nichts von dem, dafür ganz viel neues! Ich bin begeistert, erschüttert, erstaunt und glücklich: Über das Regiedebüt von Frauke Finsterwalder, die gemeinsam mit Christian Kracht das Drehbuch geschrieben hat (Die Romanvorlage ist auch von beiden)
Mit Markus Förderer als Kamermann, den ich bei mehreren Projekten mit der Hff kennengelernt habe und zusammenarbeiten durfte, eine sehr gute Wahl. Selten habe ich in letzter Zeit diese Detailverliebtheit und Farben gesehen, die die Geschichten immens stützen und unterstreichen, ohne aufdringlich zu wirken. Das Ensemble um Ronald Zehrfeld, Corinna Harfouch, Carla Juri und Sandra Hüller ist bis in die Spitzen bestens besetzt. Vor allem aber die Schüler, von denen ich bisher niemanden kannte außer die bezaubernde Carla, haben es mir besonders angetan durch ihre famose Darstellung ihrer einzelnen, seltsamen und kuriosen Charaktere einer tragikomischen “Finsterworld”.
Reingehen! Und zwar schleunigst!
Den muss ich mir unbedingt anschauen!!!
Cool, danke! Aber was is mit Oh Boy?
Stimmt! Oh boy ist in München nur in den kleinen Arthouse Kinos gelaufen, daher mit Finsterworld mal ein Appell an das Mainstream-Kino!
Sehr starker Film!
Allerdings hat mich der Schnitt teilweise irritiert.
Da hat manchmal die Continuity nicht mehr gestimmt.
Kein großes Manko, aber mich hat es 1-2 mal rausgehauen.
Nichtsdetotrotz ein Fingerzeig an das deutsche Kino.
Yes!