Malawi on my mind: Wie, wo, was … und warum?

IMG_6827

Heute fliege ich nach Malawi. Heute liege ich krank im Bett.
Dahinter steckt keine Pressereise oder ein Zwischenstopp. Dahinter steckt ein Abenteuer. Eine spontane Bauchentscheidung. Und der Anstoß, mein Leben zu ändern. Aber von vorne.

Bereits letztes Jahr im September war ich zum ersten Mal in einem Entwicklungsland in Afrika. Rund 16 Tage habe ich die NGO One Dollar Glasses begleitet und darüber geschrieben - sowohl hier auf dem Blog als auch für das Printmagazin 360 Grad Afrika.

Zum Jahreswechsel, den ich am Tegernsee verbrachte, schlug mir dann eine Erkenntnis ins Gesicht. So, wie mein Leben gerade ist, soll es nicht weitergehen. Ich wusste nicht, was konkret ich ändern wollte, sondern nur, dass es Zeit war für etwas Neues. Ich spürte, dass mir die vielen kleine und meist relativ kurzen Reisen nicht reichten. Ich wollte für längere Zeit raus. Vor allem raus aus meinem Alltag.

Zwei Wochen später bat sich mir die Möglichkeit, für die Organisation nach Malawi zu gehen. Innerhalb von zehn Minuten habe ich entschieden: Das mache ich. Und dann ging es los, denn jetzt, sechs Wochen später, sitze ich schon fast im Flugzeug. Was ist dazwischen passiert?

Zuerst habe ich meinem Chef von meinen Überlegungen erzählt und dann beschlossen, meinen Job beim Online- und Printmagazin MUCBOOK zu kündigen. Ich wusste, dass es unmöglich war, vier Monate in ein Entwicklungsland zu ziehen und von dort aus München mit den besten Kultur- und Partytipps zu versorgen. Ich spürte immer mehr, dass ich genau das brauchte, was es eben brauchte: Einen Tapetenwechsel. Raus aus dem Büro und rein ins Riskio: Vollkommen frei zu arbeiten - das war schon immer mein Traum gewesen. Diesen Traum damit zu beginnen, so ein tolles Projekt journalistisch zu begleiten? Warum nicht.

Danach ging es ans Organisieren: Zwischenmieter für die Wohnung finden, Flüge buchen, Reisevorbereitungen erledigen, zur Jahreshauptversammlung von One Dollar Glasses fahren, berufliche Projekte abschließen, packen.

Und jetzt geht’s los. Knapp 14 Stunden nach Johannesburg und dann nochmal eine Stunde nach Blantyre, der drittgrößten Stadt Malawis. Und ihr werdet dabei sein - bei meinem Abenteuer, vier Monate in Afrika zu leben, zu arbeiten und Erfahrungen sammeln. Denn wir wissen ja: Am Ende des Tages wird sie uns niemand mehr nehmen können.


Wo liegt Malawi? Malawi ist ein Binnenstaat, der an die Länder Tansania, Mosambik und Sambia angrenzt. Es ist bisher kaum touristisch erschlossen, wobei der Malawi-See immer öfter Reisende anzieht und auch das Zomba-Plateau sehr schön sein soll.

IMG_4847

Wo werde ich wohnen? In Zomba, nahe des zugehörigen Plateaus, über welches ihr hier etwas nachlesen könnt. Zomba ist die viertgrößte Stadt des Landes und liegt im Süden.

IMG_6906
Das Zomba-Plateau. Fotocredit: rovingplaces.com

Was werde ich dort machen? Ich wohne auf dem Gelände der Hilfsorganisation, wo sich auch die Werkstatt befindet und Deutsche mit Malawier zusammenarbeiten. Ich werde, wie bereits in Benin, bei verschiedenen Aufgaben unterstützen und helfen, jedoch weitestgehend für eigene Projekte schreiben und die Arbeit der NGO vor Ort journalistisch begleiten (übrigens: Für Letzteres werde ich nicht bezahlt. Die Spenden landen dort, wo sie wirklich hingehören).

Warum? Nach Malawi zu gehen war eine reine Bauchentscheidung. Der Wunsch nach Veränderung war groß und das Wissen, dass sich ohne Risiko kaum Herzenswünsche erfüllen, mir absolut klar. Ich freue mich darauf, die für mich bislang längste Zeit im Ausland zu verbringen und dabei auch etwas Gutes tun zu können. Was danach kommt? Das ist eine so tolle Überraschung, von der ich euch ebenfalls bald berichten werde.

Wissenswertes: Malawi ist eins der ärmsten Länder der Welt und leidet derzeit unter einer akuten Hungersnot aufgrund einer der schlimmsten Dürreperioden seit Jahrzehnten. Einmal mehr zeigt sich, dass die Auswirkungen der Globalen Erwärmung extrem sind und wir dringend handeln müssen.
Das Land hat ein geschätztes Pro-Kopf-Einkommen von 270 US-Dollar, das entspricht weniger als 1 Dollar am Tag. In Malawi leben 82 Prozent Christen, der Rest setzt sich aus Muslimen und und traditionellen Religionen zusammen. Die Amtssprache ist Englisch.
Verrückt: Im Gefängnis von Zomba gibt es eine Band aus Schwerstkriminellen, deren CD für den diesjährigen Grammy nominiert war. Kein Witz!

Und jetzt ihr! Nun habe ich ein paar Fragen an euch, denn ich schreibe nicht nur für mich und nicht nur ins Blaue hinein, sondern vor allem für euch. Deswegen würde ich gerne wissen, worüber ihr in den nächsten Monaten lesen wollt?

  • Malawi generell: Das Land, die Menschen, der See und die Reisemöglichkeiten
  • One Dollar Glasses: Die Projekte, Fort- und Rückschritte sowie generelle Einblicke in die Arbeit speziell in dem Land. Hier findet ihr übrigens Informationen zu der NGO.
  • Nachbarländer: Ich habe auf jeden Fall vor, die Nachbarländer ebenfalls zu bereisen, allerdings weiß ich noch nicht wann und wie lange das sein wird. Würden euch Infos über Tansania (mit Sansibar), Mosambik und Sambia interessieren?

Ein Mix aus allem? Was interessiert euch mehr, was weniger? Ich würde mich sehr über euer Feedback freuen.

Unter dem Hashtag #malawionmymind findet ihr mich auf Instagram, Twitter und Facebook. Vorausgesetzt, die Sache mit dem Internet funktioniert.


Fotocredit: Die Bilder sind von rovingplaces.com, ein toller Reiseblog mit schönem Instagram-Account. Schaut mal vorbei, vor allem, wenn euch Afrika reizt - Lilli und Lukas waren knapp neun Monate auf dem Kontinent unterwegs!

 

5 comments

  • Ein Mix wäre super! Viel Spaß&gute Besserung!

  • Erst nach unserem Treffen habe ich das erste Mal in deinem Blog gelesen und war von deinen Texten gleich gefesselt. Du hast eine sehr schöne Art zu schreiben und freue mich Alles über dein Abenteuer Malawi zu erfahren. Ich wünsche dir eine gute Zeit! LG Marika

  • Liebe Anika,

    erst einmal GROßARTIG, dass Du das machst und München gegen Malawi zeitweise tauschst.

    Neben den Reiseberichten zu Malawi und den Nachbarländern würde mich vor allem Dein Arbeitsalltag interessieren, auch die Zusammenarbeit in so einer NGO (vor dem Hintergrund, dass Du ja wahrscheinlich nur zeitweise da sein wirst) zwischen Volunteers aus dem Ausland und Locals…

    Ansonsten: viel Spaß und tolle Erfahrungen und wie immer safe travels!
    LG Aylin

    • Danke dir, Aylin!

      Ja, das kann ich gerne mal aufschreiben. Vielleicht kann ich mal einen normalen Arbeitstag dokumentieren und auch mal die malawischen Mitarbeiter fragen, wie das bei ihnen so abläuft. Danke dir für den Input!

Join the discussion

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *