Zwischen James Bond und gespenstischen Tänzen.

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Ich könnte mich stundenlang hier aufhalten und mit der Kamera auf Entdeckungsreise gehen, während die Kinder um mich herum Verstecken spielen und ein Motorroller etwas zu schnell über die schmalen Wege hinweg saust.

Das berühmteste Wahrzeichen des Ao Phang Nga Nationalpark ist der so genannte „Khao Ta-Pu“, der James Bond Felsen

Doch Phang Nga hat nicht nur freundliche Menschen zu bieten - auch seine Natur ist atemberaubend. Ob wir auf Kayaks den Mangrovenwald entdecken, auf einem Bambusfloß dahin gleiten, während unser Guide uns enthusiastisch die Schlangen zeigt, die in den Ästen über uns ein Mittagsschläfchen halten, oder eine Bootstour durch den Ao Phang Nga Nationa Park unternehmen - übrigens eine der Hauptattraktionen der Region.

Dessen berühmtestes Wahrzeichen ist mit Sicherheit Khao Ta-Pu, auch „James Bond Felsen“ genannt - eine senkrechte Felsnadel, die die atemberaubende Kulisse für den Showdown von „Der Mann mit dem goldenen Colt“ bietet.

Tatsächlich hat man angesichts dieser Kulisse endgültig das Gefühl, man sei hier im Paradies angekommen. Nun ja, wenn man sich all die anderen Menschen mal wegdenkt. Und die kleinen Souvenirshops, die sich aufgrund des regen Tourismus um die Insel mittlerweile entlang der Anlegestelle errichtet haben.

Eine riesige Staubwolke legte das Geschehen auf dem Platz lahm und unter riesigem Getöse nahm auch der letzte Besucher des vegetarischen Festivals Reißaus

Und dann war da noch der Abschluss der Reise, mit einem Besuch des vegetarischen Festivals in der Altstadt von Takuapa - eine zehntägige Zeremonie, die überall in und um die Region Phuket gefeiert wird. Es ist der wohl heißeste Tag unseres Aufenthalts und wir sind begeistert von dem Charme der chinesischen Stadt mit ihrer chinesisch-portugiesischen Bauweise, von blauem Himmel, Lampions und den weiß gekleideten Teilnehmern des Festivals, die sich auf dem Festplatz versammelt haben.

Die Geschichten allerdings, die wir im Folgenden rund um die Zeremonie hören, dämpfen den Enthusiasmus leicht. Die vegetarische und vegane Ernährung zu dieser Zeit dient der Reinigung des Körpers, so sind die Gläubigen überzeugt und weiter, dass in diesem Zeitraum der Geist Gottes in sie fährt und sie unverwundbar macht - was sie im Verlauf des Festivals durch diverse schmerzhafte Rituale unter Beweis stellen, etwa indem sie über glühende Kohlen laufen oder sich Nadeln durch die Wangen stechen. Na, wem’s gefällt!

Die Anfangszeremonie, der wir beiwohnen, bietet ein fast gespenstisches Bild - in der Mitte des Platzes vor dem chinesischen Tempel bewegt sich eine Menge bunt gekleideter Menschen im Rhythmus zu monotoner Musik, Gliedmaßen schüttelnd, die Augen teilweise merkwürdig verdreht, in der prallen Mittagshitze. Nach einer gefühlten Ewigkeit beginnt man, die Tanzenden mit feuerwerkartigen Böllern zu bewerfen - ein Schauspiel, das ich unbedingt fotografisch festhalten wollte und im Fotografieren meine Umgebung leider etwas aus dem Blick verlor.

Jedenfalls schrie ich vor Schreck auf, als auf einmal auch die Ecke, in der ich gerade noch seelenruhig fotografiert hatte, unter Beschuss genommen wurde und mich nur noch mit einem riesigen Satz aus der Schusslinie ziehen kann.

Kurze Zeit später dann zogen sich die Rauchschwaden zu und eine riesige Wolke aus Staub und Asche legte sich über den Platz, nahm die Orientierung und kroch in jede noch so kleine Ritze - der Punkt, an dem auch der letzte mit riesigen Schritten vom Platz hechtete und unter dem tosenden Lärm des Feuerwerks versuchte, einige hundert Meter zwischen sich und das Geschehen zu bringen.

Es wird definitiv nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich in Thailand unterwegs gewesen bin. Ich will noch mehr entdecken

Nur wenige Tage hatte ich in Thailand und doch war ich am Ende randvoll mit Eindrücken, die erst einmal verarbeitet werden wollten, in grob skizzierten Ideen auf Papier und während langer Fotobearbeitungsmarathons. Vieles auch, was wir aufgrund des engen Zeitraums nur streifen konnten, will ich wieder entdecken, tiefer gehend am liebsten, für länger. Damit beim nächsten Mal mehr Zeit bleibt für Sandstrände, für Gespräche mit Händen und Füßen. Für das Schlürfen von Schmetterlingserbsensaft, wie wir ihn im Forschungszentrum serviert bekamen. Und überhaupt, zum Verarbeiten.

Thailand - la gon krab. Man lehrte mich, das hieße „Auf Wiedersehen“.

Ginas Reise: Phang Nga, Thailand, Region Khaolak

🌴 Phang-nga Coastal Fisheries Research and Development Center, u.a. Schilkrötenaufzucht und Freilassung am Thai
Mueang Beach

🌴Baan Tha Dindaeng, Bootsfahrt

🌴 Piya Mining, Dorfbesichtigung und Fahrt durch Mangrovenwälder

🌴 Ao Phang-nga National Park, Nationalpark

🌴 James Bond Island

🌴 Ko Panyi, muslimisches Fischerdorf

🌴 Takuapa Old Town, portugiesische Bauarten

 

Zum ersten Teil von Ginas Reise geht es hier.


Vielen Dank an Phang Nga Tourism Association und Tourism Thailand für die Möglichkeit, diese Reise zu machen. Meine Meinung bleibt davon natürlich unberührt.

 

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