„Ich mag es, wenn Frauen sich mögen“ - ÜberFrauen und ein Rückblick

Ich glaube, dass Frauen zu kritischeren Menschen erzogen werden als Männer. Dass Männer oftmals besser netzwerken als Frauen, draußen, vor der Kneipe, mit einem Bier in der Hand. Wenn ich oftmals an solchen Gruppen vorbeilaufe, höre ich immer den Businesstalk heraus, sehe Visitenkarten hervorblitzen.

Frauen können so vieles und stehen sich dabei oftmals selbst im Weg. Vielleicht, weil immer noch der Erfolg einer Frau als etwas Außerordentliches ausgestellt wird, immer betont wird, was sie geleistet hat - mit Kindern zu Hause, mit oder ohne Ehemann und dass sie plötzlich trotzdem auf dem Chefsessel landete. Bei Männern wird das Thema Erfolg anders behandelt - da wird überhaupt nicht nachgefragt, wie das nun funktioniert hatte und wie das von nun an funktionieren wird mit dem Kind zuhause.

Was ich damit sagen will ist: Ich glaube, Frauen haben Gesprächsstoff. Um sich gegenseitig mehr zu motivieren, zu helfen und zu zeigen, dass jede eine tolle Geschichte erzählen kann, die bereichert - auch wenn wir sie selbst gar nicht als das sehen, was sie ist. Ein kleine Rückblick auf meine gestrige Veranstaltung ÜberFrauen - von der Idee zur Realität:

Die Idee: Frauen vernetzen, motivieren und inspirieren. Ganz einfach. Drei Damen werden zu einer Talkrunde geladen, die unterschiedliche Lebenswege und Modelle für sich entdeckt haben, die stolperten, aufstanden und dort stehen, wo sie heute stehen. Gestern waren das Stephanie (38), Sinah (27) und Rosali (28). Und ich hätte mir keine tolleren Gäste für diesen ersten Abend vorstellen können.

Der Plan: Den brauchte ich. Ich wusste weder, ob diese Veranstaltung wirklich gebraucht wird, noch wohin damit. Ich schrieb Sabine an, die u.a. die Epic Fail Night in München mit ausrichtet. Ich fragte sie, was sie von meiner Idee hält und wohin ich mich wenden könnte. Zwei Wochen später saßen wir gemeinsam mit Alisa vom Café Lotti im Joon und ich erzählte beiden von ÜberFrauen.

Die Umsetzung: Das Café Lotti mit dem angeschlossenen Frauennetzwerk war ein Geschenk, das mir in den Schoß fiel. Das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben. Die Location und Unterstützung stand fest, ich musste mich lediglich um meine Inhalte kümmern und die Talkgäste einladen. Und den Abend im Kalender anstreichen: Den 15. September.

 

Der Abend: Am Tag vorher war die Veranstaltung ausgebucht. 40 Anmeldungen gab es, 35 sind letztendlich gekommen. Es war eng, wir rückten alle ein Stückchen näher zusammen, ein Tisch krachte zusammen und das Eis war gebrochen. Im Publikum saßen Freundinnen, viele unbekannte Gesichter, davon Frauen, die lediglich über Facebook dazukamen (danke für das Vertrauen!), Frauen, die selbst coachen, Frauen, die kurz vor einer Kündigung stehen und viele mehr. „Ich mag es, wenn Frauen sich mögen“ war einer der ersten Sätze des Abends und wie schön der leuchtet in Zeiten von Ellenbogen, Neid und Missgunst.

Und ja, was soll ich anderes sagen als: Der Abend war wunderschön. Rosali, Sinah und Stephanie motivierten, inspirierten, beantworteten Fragen und gaben Tipps. Sie erzählten Persönliches, von Irrungen und Wirrungen, aber auch von den ganz großen Errungenschaften. Rosali zum Beispiel, die für ein Stipendium innerhalb von vier Wochen von Paris nach New York gezogen und heute Kuratorin ist, Stephanie, die direkt von ihrem letzten Arbeitstag mit einer rießigen Tasche voll Blumen ins Café Lotti kam und gerade nebenher ein Start-up gegründet hat, Sinah, die nicht nur Fitnesscoach, sondern auch Sportmodel und Yogalehrerin ist, für Jobs auch mal nach Kapstadt fliegt und demnächst eins ihrer größten Castings hat - mit Elyas M’Barek.

Das Feedback: Überwältigend. Ich hatte mit einem freundlichen „Danke für den schönen Abend“ gerechnet, stattdessen war gefühlt das ganze Publikum zu Sinahs Yogastunde am nächsten Morgen angemeldet, mir wurde gedankt für die tolle Moderation und die spannenden Gäste. Außerdem wurde ich zur Schauspielerei ausgefragt und wie man dazu kommt, ein Buch zu schreiben, wenn man dieses Schreiben nie wirklich gelernt hat. Natürlich hatte ich keine Antwort darauf, außer die:
Wenn Menschen einem Chancen geben und sich Möglichkeiten auftun, für die man sich vielleicht noch gar nicht gewachsen fühlt, sollte man sie immer erst recht ergreifen. Mein Fazit für den Abend.

Die Zukunft: Ganz ehrlich, ich muss den gestrigen Abend erstmal sortieren und dann überlegen, wie es weitergeht. Da dürfen aber auch alle anderen ihren Input einwerfen - ich freu mich so. Ach, und weil das immer wieder aufkam: Natürlich sind Männer willkommen - die dürfen mal zuhören.

 

 

Danke an das Café Lotti für die Fotos.

 

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