Vom Pappmodell zum Designstuhl: Produktdesignerin Lena Peter

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Nachhaltigkeit und Liebe zum Detail sind zwei Aspekte, welche die Produktdesignerin Lena Peter in ihrer Arbeit vereint. Beides Punkte, über die ihr hier auf meinem Blog immer wieder stolpert, sprich, beides Punkte, die mir persönlich ebenfalls sehr wichtig sind.

Wir hinterlassen diese Welt in dem Zustand, den wir geformt haben und wir übergeben sie schließlich an unsere Kinder – das sollten wir wohl auch reinen Gewissens tun können. Genau deswegen bin ich nicht nur ein Fan von Lenas tollen Interior-Design-Produkten, sondern auch ihrer neuen Herzensangelegenheit: Einem ziemlich genialen Streich.
Am Gardasee habe ich mich mit ihr getroffen und sie hat mir von ihren Ideen erzählt.

Lena, erzähle doch kurz etwas zu deiner Arbeit.

2011 habe ich mein Studium an der HS München beendet und mich daraufhin gleich selbstständig gemacht. Das war für mich von Anfang an klar gewesen, weil ich schon immer meine eigenen Dinge machen wollte. Mein Schwerpunkt lag die letzten Jahre auf Graphik- und Webdesign, mittlerweile möchte ich mehr auf Produktdesign übergehen, das ist allerdings sehr zeitintensiv.

Wie ist die Idee zu deinem Kinderstuhl „Ma(h)l 2“ entstanden und was macht ihn so besonders?

Als mein eigenes Kind fünf Monate alt wurde, habe ich nach einem passenden Kinderstuhl gesucht. Allerdings war für meine Vorstellungen keiner dabei. Deswegen habe ich einen eigenen entworfen und hatte auch gleich eine starke Vision in meinem Kopf. Meine Mutter, die sehr kreativ ist, hat mich dabei unterstützt. Ich habe am gleichen Tag noch ein Pappmodell gebaut und einem Schreiner übergeben, der den Stuhl gebaut hat. Seit mittlerweile zwei Jahren wird der Ma(h)l 2 von meiner Tochter getestet und hat sich bewährt.

Besonders ist an dem Stuhl, dass man ihn nicht nur drei Jahre als Hochstuhl nutzt, sondern, dass er ein Leben lang seine Funktionen findet, beispielsweise als Tisch und Stuhl für Kinder oder als Beistelltisch/Hocker im Jugend- und Erwachsenenzimmer.

Der Ma(h) 2, zusammengebaut und auseinander.
Der Ma(h)l 2, einmal als Hochstuhl, einmal als Kinderstuhl.

Du hast ihn also ursprünglich für deine eigene Tochter entworfen. Bist du manchmal enttäuscht von den Produkten für Kinder auf dem Markt?

Ja, schon. Es ist wahnsinnig viel aus Plastik hergestellt anstatt aus kindgerechten Materialien. Und mich stört die Masse an Produkten, in der die funktionalen Aspekte untergehen.

Das Video zum Ma(h)l 2 finde ich toll. Wie war denn der Drehtag für dich ?

Ich war sehr nervös, weil ich noch nie vor einer Kamera gestanden war. Außerdem hatten wir an dem Tag Pech mit dem Wetter, obwohl die ganze vorherige Woche die Sonne geschienen hatte. Dann brauchte ich noch auf die Schnelle ein fünfjähriges Mädchen für eine Einstellung, aber durch gute Freunde konnten wir das dann auch noch schnell organisieren. Die Szene mit meiner Mutter wurde dann nachgedreht, weil sie erst nicht vor die Kamera wollte, aber das Ganze hat dem Film doch letztlich eine persönliche Note gegeben.

Was ist dein Lieblingsstück abseits des Stuhls?

Meine Recyclinglampen, weil die Backformen Nostalgie ausstrahlen und eine Geschichte erzählen. Urgroßmutters Liebling wird zu einer Lampe umfunktioniert! (lacht) Außerdem sind sie handgefertigte Unikate, weil jede Form anders ist.

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Egal, wie aufwendig oder kostspielig die Idee ist – was würdest du gerne entwerfen und warum?

Ich würde gerne noch mehr nach nachhaltigen Materialien suchen und mit diesen dann gute Produkte entwerfen. Sinnvoll finde ich es zudem, vorhandene Produkte zu verbessern. In Hinsicht auf Material, Funktion und Nutzen.

Wo kann man deine Sachen erwerben?

Im Moment noch direkt über meine eigene Website. Zudem auch über Dawanda, allerdings arbeite ich gerade an einem eigenen Online-Shop, wo es nicht nur meine Möbel gibt, sondern auch kleinere und persönliche Accessoires.

Ich, Lena und ihre Tochter Hanna, die die Entwicklung des Ma(hl) 2 in Gang brachte.
Ich, Lena und ihre Tochter Hanna, die die Entwicklung des Ma(hl) 2 in Gang brachte.

 

Danke an Lena Peter für die Zeit und den Einblick in die Arbeit! Schaut doch mal bei ihr auf Facebook vorbei.

 

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