Jahresrückblick für alle! Oder auch nicht. Ich habe meinen, von Facebook freundlicherweise zur Verfügung gestellten Jahresrückblick nicht angeschaut. Wozu auch? Da habe ich nur noch mehr das Gefühl, ich hätte kaum Kontrolle über mein Leben, wenn eine Institution von außen mir erklärt, was ich erlebt habe und was davon lebenswert erscheint – und was eher nicht. Wahrscheinlich hätte ich immer nur die zweite Kategorie gefeiert, leider alleine mit Papphut, denn wenn Facebook nicht auf deiner Seite ist, dann sind es deine virtuellen Freunde auch nicht.
Wie auch immer. Diese zeitlichen Begrenzungen können es einem schon schwierig machen. Der Druck am Ende des Jahres beispielsweise. Irgendwie schaut doch jeder irgendwie zurück. Man lässt Höhen und Tiefen Revue passieren, man weint ein bisschen (oder viel) und man lacht ein bisschen (manche auch nicht). Im Großen und Ganzen alles höchst emotional und sicherlich nahe gehender, als diese ganzen Rückblicke auf diesen ganzen privaten Sendern, die doch keiner sehen will. Oder stehe ich da wieder alleine?
Ich brauche niemanden von außen, der mir sagt, dass ich an dieser Stelle nun bitte berührt sein soll und mal über mein Handeln und die Erlebnisse im letzten Jahr nachdenken solle. Das kann ich auch ganz gut alleine. Und so mache ich das jedes Jahr irgendwie von selbst. Der richtige Song in den Ohren und schon kommen die Bilder eines Jahres, dessen Anfang mir so weit weg erscheint, als wäre er in einem meiner vielen vorangegangenen Leben schon passiert.
Beispielsweise meine Reise nach Indien, die am 18. März am Flughafen in München begonnen hatte. Noch nie zuvor war ich so lange am Stück im Ausland gewesen und auch noch nie so anders zurückgekommen. So glücklich, so ausgeglichen, so voller Liebe, ach herrje. Und dann direkt mein Geburtstag am Tag nach der Landung. Durch akuten Jetlag und Betrunkenheit torkelte ich beseelt durch mein unglaublich neu erscheinendes Leben, das auf einmal nur noch in Regenbogenfarben mit Glitzerstaub erhältlich war. Fabelhaft.
Auch habe ich der Schauspielerei dieses Jahr zum ersten Mal so richtig die kalte Schulter gezeigt, weil sie mich verdammt noch mal an meinem entzückenden Hintern lecken kann. (Hat eigentlich jemand brav den Bergdoktor angeschaut? Hm?)
Dafür habe ich bei jedem Gedanken, jedem Wort, jeder Zeile und schließlich jedem letzten Satz eines Artikels das Gefühl, mich sowohl zu verwirklichen als auch neu zu (er-)finden. Beides in einem, das ist ein bisschen so, als würde hinter jedem Satz ein neues Ich in Geschenkpapier eingerollt stehen und erwartungsvoll darauf warten, ausgepackt zu werden.
Und nächstes Jahr? Wie ich Silvester und den Druck der Vorsätze hasse. Schluss damit. Dieses Jahr verbringe ich es bewusst mit überwiegend fremden Menschen, die mir hoffentlich mein verstaubtes Gehirn durchpusten werden und mir neuen Schwung für ein neues Jahr mitgeben. Denn 2014 geht mit einem Paukenschlag los, den ich nicht selbst ausführe. Und nur hoffen kann, dass das, was passiert, sich in etwas ganz Wundervolles entwickeln wird. So, wie ich es verdammt nochmal verdient habe. Wir können eben keine Entscheidungen anderer Menschen beeinflussen. Und auch nicht abwenden, dass manches in unser Leben tritt, worauf wir noch weniger als keine Lust haben. Aber wir können lernen, sie zu unseren Gunsten zu nutzen. Zu verwandeln. Und auch in Regenbogenpapier einpacken und mit Glitzerstaub besprühen. Dann kann auch das was werden, was eine beschissene Ausgangslage hat.
Nächstes Jahr gibt es auf anidenkt. so Einiges zu lesen:
Ich werde viel reisen, viel schreiben, vor allem an meinem ersten Roman, der hoffentlich spätestens in 12 Monaten erscheinen wird, aber in diesem Fall halte ich von einer zeitlichen Begrenzung so gar nichts. Meine mangelnde Zeit, daran zu arbeiten, hält davon genauso wenig.
Außerdem gibt es eine Lesung in München, und zwar an keinem geringeren Datum als dem Valentinstag (Herzchenregen auf alle Leser). Eine große Ankündigung kommt noch, aber ich freue mich jetzt schon über die vielen Zusagen!
Und ich hoffe natürlich, dass wir hier gemeinsam weiter wachsen. Ich habe einige von euch Lesern sehr ins Herz geschlossen und gemerkt, wie herzlich man kommunizieren kann, wenn man sich persönlich gar nicht kennt.
Ich breite hier regelmäßig mein Innerstes aus und ich bin sehr glücklich, dass das so schön aufgenommen wird – und manche sogar mitmachen.
Deswegen wünsche ich euch allen wundervolle Weihnachten, ein neues Jahr mit Sahnehäubchen und Krone drauf. So und nicht anders.
Hier mein Lieblingssong 2013 – mein Abschied an ein wunderbares Jahr. Fare thee well. Kommt gut durch den bitchy Winter und zieht euch warm an.
Hach, Ani! So ein schönes Lied, so ein toller Text (mein Abgesang auf 2013 ist etwas harscher, aber was soll ich sagen - manchmal muss man auch Dampf ablassen 😉 - ich bin zwar meist eher eine stille Leserin, aber trotzdem hier immer dabei und wünsch dir alles erdenklich Tolle fürs anstehende Jahr und alle die noch folgen werden. Irgendwie ist dieses Leben verdammt aufregend!
Liebe Gina,
mein Abgesang auf 2012 fiel auch ganz anders aus 😉
Danke dir für die wundervollen Worte, ich wünsch dir das Gleiche zurück und freu mich wie ein Honigkuchenpferd, wenn du nächstes Jahr weiter mit dabei bist!
Auch ich wünsche dir - liebe Ani - das Beste für 2014! Ein positiver Aspekt des Jahres 2013 für mich ist …. das ich deine Seite gefunden habe
!!Du sprichst mir sehr oft aus der Seele und hast mich nur durch deine Gedanken und Worte des öfteren aufgemuntert (was in diesem Jahr nicht so leicht war ;-))
Also…mit Volldampf ins Jahr 2014 :-)!! Guten Rutsch!
Lieber Andi,
wohin nur mit all den Blumen? DANKE! Deine Worte haben mich gestern wirklich sehr gerührt. Auf dass 2014 viel besser für dich wird, manchmal kann es ja auch einfach nur besser werden und das ist doch was
Guten Rutsch!