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Jenseits von Afrika (ein mürrischer Artikel über ein mürrisches Land)

es folgt: Ein Post von 10/2012, dem ich einige Fotos hinzufüge, um mal zu zeigen, was man aus einem Land, das nicht so dolle auf einen gewirkt hat, so alles herausholen kann. Whoop Whoop.

safety first.

safety first.

Ich sitze in einem alten Mercedes-Benz-Taxi, welches so aussieht, als sei es weder vom genannten Unternehmen hergestellt, noch überhaupt in diesem Jahrhundert auf die Welt gekommen.

Das Schöne daran ist, dass ich diese dezent gefährliche Fahrt nicht mit Beinfreiheit krönen kann, sondern sie mit fünf weiteren Touristen und dem äußerst kompetenten Fahrer mit Hundeblick teilen darf. Dass man auf der Autobahn angehalten wird, weil man unangeschnallt ist, jedoch ein sogenanntes Grand Taxi erst dann losfährt, wenn vorne drei und hinten vier Menschen sitzen, ist eventuell etwas widersprüchlich. Knappe 10 Stunden Fahrt liegen vor mir, die Freude des Anderen neben mir hält sich in Grenzen, seine Magen-Darm-Grippe eher nicht.
Taxi?

Taxi?

Ja, ich hätte es besser wissen müssen. Marokko war schon 2010 nicht mein Land gewesen, hatten doch mein damaliger Freund und ich in der Medina von Rabat endgültig beschlossen, uns zu trennen.
2012 ist zwar die Liebe auf meiner Seite, das Land eher weniger. Wo soll ich anfangen?
Die Auswahl unserer Erfahrungen ist groß. Gestartet waren wir zu zweit in Marrakech – sehr chaotisch, weil statt klimatisiertem Mittelklasseauto uns ein Gefährt erwartete, das beim Anblick schon auseinanderfiel. Eher belustigt als genervt stiegen wir ein und schlichen drei Stunden Richtung Westen, dem Sonnenuntergang und Essaouira entgegen, um den Anderen zu überraschen, der dort schon weilte.
Essaouira

Essaouira

Es folgte ein entspannter Tag in einem mittelalterlichen Fischerdörfchen, wo man Streitereien zwischen „Happy Cake“-Verkäufern so anzetteln kann, dass der Ausbruch eines dritten Weltkrieges nicht weit entfernt scheint. Auch wissen wir dank wichtiger Recherchen meiner Freundin, dass Strandliegenverkäufer nicht das halten, was sie optisch versprechen. Schade eigentlich.
Nachdem ich lange überlegte, den süßesten Hundewelpen der Weltzone 4 (in dieser befanden wir uns laut Handynetzbetreiber) mitzunehmen und den Abend damit verbrachte, am Set von „Game Of Thrones“ die Dreharbeiten zu verfolgen, ging es am nächsten Tag mit unserem Tuk-Tuk in den Norden – die wortwörtlich atemberaubende Altstadt von Fés wartete auf uns, gefolgt von Avocado-Shakes und dem nettesten Hostelbesitzer mit dem schönsten Lächeln der Zone 4, was nach erneuter Recherchearbeit leider auch hier nicht das hielt, was es vorerst versprach (an dieser Stelle möchte gesagt sein, dass der „Lonely Planet Love: Marokko“ schon in Bearbeitung ist).
Fés.
Sprung in der Schüssel.

Sprung in der Schüssel.

Nach zwei Tagen ging es im Morgengrauen zurück nach Marrakech, Schrottschüssel abgeben und von dort aus mit dem Bus in das Atlasgebirge. Die drei Tage, an denen es in Afrika regnet, hatten wir uns anscheinend auch reserviert, und zwar für den „good price, my friend“, und so kam es, dass wir im strömenden Regen bei Nacht auf einer verlassenen Kreuzung ankamen, wo ein Taxifahrer auf uns wartete, der uns weder Gepäck abnahm, noch begrüßte. Als er Ersteres dann in einem von Regen überfluteten Kofferraum schmeißen wollte, bin ich kurz ausgerastet und wir verfluchten ihn die komplette Fahrt lang auf deutsch. In Cascad d’ Ouzoud angekommen, wurden uns folgende Dinge angepriesen: Die beste Tajine überhaupt (schmeckte nach rein gar nichts), ein Hammam, welches sich als einzelner Duschschlauch in einem leeren, gefließten Raum entpuppte und musikalische Untermalung des Abends, proudly presented by Zahnlücken-Cowboy Isham. Wir täuschten eine exorbitante Magen-Darm-Erkrankung (Schwangerschaft stand auch zur Debatte) vor, zogen uns zurück, packten und flüchteten zu Abdul, in sein kleines, aber feines Hotel, welches direkt an den Wasserfällen lag.
Daraufhin erst einmal eine Wanderung, bei der wir ab und an vom Weg abkamen. Entschieden haben wir uns dann eher doch für die Klettertour, barfuß durch Flüsse und vorbei an einer halb verwesten, uns entgegenreckenden Ziege. Abdul erklärte uns später, dass diese Schlucht normalerweise nur mit erfahrenen Bergführern bewandert werden würde und wir Großes geleistet hätten. Aha.
Wandern an den Wasserfällen

Wandern an den Wasserfällen

yep, so gucke ich, wenn ich verliebt bin.

yep, so gucke ich, wenn ich verliebt bin.

Der weitere Plan war, einen Tag später den Nachtbus nach Rissani, also in die Wüste, zu nehmen und was soll ich sagen, außer: Der Bus fuhr ab, jedoch ohne uns. Ein religiöses Fest, bei dem schätzungsweise alle Schafe des Landes geopfert wurden, lies Land und Leute (auch Sofas) zu den Familien reisen und hielt für uns nur den Gepäckraum des Busses als großzügiges Angebot bereit. „Die hätten uns da bestimmt was reingebaut“, meinte der Andere wehmütig, während der Bus abfuhr und ich ihn mit bösen Blicken und Tränen in den Augen strafte. So blieb uns nur die Option, die ganze Nacht in einem kalten, stehenden Bus zu schlafen, weil der Nächste erst wieder um 5h morgens fuhr und alle Hotels überfüllt waren (das Schaffest, ich verstehe).

Nach dieser weiteren Odysee kamen wir fix und fertig in Merzouga an, ein Camp vor den Toren der Sahara, wo leider die größte finanzielle Abzocke des Urlaubs auf uns wartete. Zuerst aber ritten wir auf Dromedaren in die Dünen. Überwältigt von der Wüstenschönheit konnte ich auch kurz die unglaublichen Schmerzen verdrängen, die so ein Ritt mit sich bringt.

Merzouga

Merzouga

Bitte keine Haltungsnoten vergeben.

Bitte keine Haltungsnoten vergeben.

Dort verbrachten wir den Abend mit zwei weiteren Touristen, darunter Anthony, dessen staubtrockener (siehe Wüste), britischer Humor ein großes Highlight der letzten Tage für mich war.

Als wir nachts im Beduinenzelt Zeugen einer sexuellen Belästigung (getätigt von unserem Führer höchstpersönlich) an einer Mitreisenden wurden, packten wir am nächsten Tag unsere Sachen und ritten zurück zum Camp. Zwei Stunden lagen vor uns, in denen wir ernsthaft mit dem Betreiber darüber debattieren mussten, dass nach so einem Vorfall nur eine Lösung für uns in Frage kam: Geld zurück, und zwar alles, auch, weil wir am Abend in der Sahara noch von im Gespräch mit den Engländern festgestellt hatten, wie viel mehr wir bezahlt hatten für weniger, als tatsächlich geleistet wurde.
Das Ende vom Lied: Nur das Geld der weinenden Mitreisenden fand seinen Weg zurück in ihren Geldbeutel, plus eine Taxifahrt nach Marrakech hatten wir bezahlt bekommen – der Anfang vom Ende. Eine unglaublich dreiste Abzocke und auf menschlicher Ebene der blanke Horror.
Übrigens: Natürlich ist man als mitteleuropäische Frau darauf vorbereitet, dass man ständig angesprochen und angeschaut wird, wenn man in ein arabisches Land fliegt. Trotzdem war ich verwundert, wie unglaublich aufdränglich und aggressiv die meisten Männer waren. Ich bin hier und da einfach so angefasst worden und wenn ich denjenigen in seine Schranken wies, war ich lediglich eine “arrogante whatsoever”.
Kulinarische Anmerkung: Als Vegetarier sollte man ebenfalls andere Länder Marokko vorziehen. Bei dieser Fülle an Gewürzen, mit denen sich das Land schmückt und die überall verkauft werden, hat es mich manchmal schon sehr geärgert, dass diese anscheinend immer nur für Fleischgerichte hergenommen werden. Ich hatte nach 10 Tagen totgekochtem Babygemüse drappiert auf trockenem Couscous keinen Appetit mehr.
Trotzdem freue ich mich für jeden, der andere Erfahrungen mit Marokko gemacht hat. Reisen kann nie objektiv ablaufen - und das soll es auch gar nicht.
Mein Fazit? Ich habe kleine und große Probleme mit Marokko, auch wenn ich mir versuche vorzustellen, dass sich dieses Land von einer besseren Seite zeigen kann. Viele unserer Pannen hätten klar auch in anderen Ländern passieren können, aber wenn man so argumentiert, würde man jedes Land ganz toll finden - und das tue ich bei Marokko einfach nicht.
Die Frage, die ich mir allerdings nebenher die ganze Zeit stelle, ist die: Wo sind all die Frauen, die all diese Männer auf die Welt gebracht haben? Eventuell auch mittlerweile jenseits von Afrika?
Hier die Sandkastenbilder. Ganz hübsch ja, nur das Wort “Wüste” ist anhand des überall angrenzenden Gerölls wohl eher fehl am Platz.
na, wo bin ich?

na, wo bin ich?

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

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großes kino, kolumnen

Anleitung zur aktiven Winterhilfe

Freunde, es hat sich virtuell herumgesprochen, bevor auch nur einer morgens aus dem Fenster geschaut hat. Was für eine deprimierende Vorstellung, dass wir anscheinend erst auf das Display oder den Bildschirm glotzen, bevor uns interessiert, ob die Welt untergegangen ist und einen Blick aus dem Fenster wagen. Nun, ich kann euch beruhigen, sie ist lediglich in dieses angeblich romantische Kitsch-Winter-Wonderland-Alpina-Weiß getaucht. No need to worry also! Mal abgesehen davon, dass es ab jetzt nur noch bergab geht. Kleiner Scherz. Auch ich mag Weihnachten, hey! Alle freuen sich mit.

Doch bis die offizielle Weihnachtszeit angeht, vergehen noch ein paar Tage eines Herbstes, der irgendwo in einem Blätterhaufen immer noch verzweifelt nach seiner Identität sucht.
Wie dem auch sei. Ich bin kein Freund der in Graustufen gegliederten Matschzeit. Denn ja, es handelt sich hier nicht um eine weiße Pracht, sondern um dunkelgrau bis hellbraune Sülze am Straßenrand. Zumindest in der Stadt.

Bis der erste Advent vor der Tür steht, nach Adam Riese sind es noch vier Tage, kommt hier meine Anleitung zur aktiven Winterhilfe, die in drei ultra-kecke und super moderne Punkte kategorisiert sowie einem aufsteigenden Budgetbarometer angeglichen ist. Bäm.

  • Nicht zu Hause verkriechen, sonst neigt man zu schnell zur Winterdepression und irgendwie ist die nicht so sexy, wie ich mir immer versuche einzureden. Also, gesellt euch zusammen, beispielsweise zu einem Kochabend. Da gibt es weder eine Weihnachtsgans noch Glühwein, nein, da wird Kürbis geschnippelt und zubereitet, denn das ist das Sinnbild und die persönliche Muse des Herbstes, der goldenen Jahreszeit! Schmückt euch zusätzlich mit herbstlichen Blättern im güldenen Haar (sollte das herumliegende Laub mittlerweile durchgeweicht sein vom Möchtegern-Schnee, so gibt es diese sicherlich auch im Bastelbedarf. Dahingehend kenne ich mich aber nicht aus und verweise auf tolle DIY-Blogs!)

Alle Kinder stoppen vorm Abgrund, nur nicht Peter, der geht noch’n Meter.

Alle Kinder sitzen auf dem Stein, nur nicht Gunther, der liegt drunter.

  • Ich kann wärmstens (ja!) Die Schallplatte Fiesta in Acapulco empfehlen. Ein bisschen La Bamba gegen die freche Kälte! Ein Schmuckstück aus vergangenen Tagen (man munkelt, ich sei euphorisch darüber)! Die hat mich gestern durch den ganzen Tag gerettet, äh, geshaked.

La Bamba!

  • Bucht einen Kurztrip in eine Stadt, die im Winter nach euren Bedürfnissen erträglich ist. Ich sage nur: Paris. Da ist so `ne geile Sau, da kann es drei Monate durchregnen und die Stadt wird einfach noch nen Tick schöner. Weil sie es halt kann. Die Franzosen übrigens auch. Am besten fliegt oder fahrt ihr von Freitag bis Sonntag in ein Städtchen eurer Wahl, dann kommt ihr pünktlich zum Plätzchen backen wieder!
    PS: Souvenirs aus Übersee (oder so) kommen auch besser an, als die Socken vom Karstadt-Wühltisch. Just saying…

Für alle anderen, die anscheinend monatelang vor ihrem Facebook-Account sitzen und auf das Zeitfenster warten, um zu verkünden, dass es s-c-h-n-e-i-t… ja mei. Man hackt ja jedes Jahr auf euch herum und trotzdem schnallt ihr es nicht, dass niemand Interesse an einer Konversation über das brandneue Weltwunder hat. Möchte nun allerdings auch nicht die böse Hexe spielen. Ich halte mich raus und widme mich dann doch lieber meinen Bildern aus dem Kreta-Urlaub Anfang Oktober. Und ja, ich trage gerade ein Cocktailschirmchen im Haar, so what? – a la la la la bamba…

 

PS: wer hätte gedacht, dass dieser Beitrag München zu SO viel Sonnenschein innerhalb weniger Stunden verhilft! La Bamba für alle!

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kolumnen

Neuntausendzweihundertachtundsiebzig.

Wir können positive Affirmationen machen, um die Dinge zu erreichen, die wir uns vornehmen. Wir können Sport machen, um Körper und Geist in Einklang zu bringen. Wir können zur Therapie gehen, um zu lernen, wie man den Kopf lenkt und nicht weiterhin von ihm gelenkt wird.

Wir sind lernfähige Wesen und zumindest teilbegabt, was das Leben an sich angeht. Doch wenn man jahrelang, teilweise Jahrzehnte lang, ein Pessimist war oder sich nur von Hiobsbotschaften hat leiten lassen, dann wird es ein bisschen schwierig, von heute auf morgen umzuschalten und einfach glücklich zu sein. Über das was ist, minus der Angst darüber, was kommen mag.

Ich mag es, öfter mal den persönlichen Weltuntergang anzukündigen. Zu leiden und im Selbstmitleid zu versinken, ist auf eine perverse und leider menschliche Art und Weise manchmal ein großes Fest. Kaum wann anders bekommt man derart viel Zuneigung und Aufmerksamkeit, als wenn man darauf hindeutet, wie schlecht die Zeichen für einen stehen würden.

Ich würde dich so unglaublich gerne einfach bitten, nicht zu gehen. Stattdessen zu bleiben und unsere Ordnung nicht durcheinander zu bringen.

Am Einfachsten geht das leider mit den Umständen, die einen zwar selbst betreffen, die man jedoch nicht ändern kann. Zum Beispiel, wenn nahe stehende Menschen Entscheidungen fällen, mit denen man persönlich nicht klar kommt.

Osho sagt, dass wir für alles, was in unser Leben tritt, Verantwortung übernehmen müssen, weil es ein Teil von uns wird – ob wir wollen oder nicht. Und irgendwie macht das doch auch Sinn, schließlich werden wir durch alles beeinflusst, was wir erleben. Wir bilden uns sowieso automatisch darüber eine Meinung, dann können wir auch gleich lernen, damit umzugehen.

Es ist sowieso schwer, einen Einfluss auf Dinge oder Menschen zu nehmen. Gerade Freundschaft besteht darin, miteinander zu wachsen, und wenn man in verschiedene Richtungen wächst, dann ist das der Lauf des Lebens. Ich kann nur für mich eine Verantwortung tragen: Die Verantwortung, einen für mich passenden Weg zu gehen. Und gleichzeitig niemanden zu drängen, umzukehren und zu überlegen. Jeder hat seine Chance, jeder hat das Recht zu gehen. Oder eben zu bleiben.

Ich weiß, du hast deine Gründe. Aber ich habe auch meine.

Egal in welchen Bereichen wir straucheln, uns eventuell unfair behandelt fühlen oder vielleicht sogar gar nicht gesehen werden, ist alles, was wir tun können, Verantwortung für uns zu übernehmen. Was auch sonst? Schreiend und mit dem Fuß stampfend gegen die Wand rennen, in der Hoffnung, wahrgenommen zu werden? Nein, manchmal ist es besser, Entscheidungen im Stillen zu treffen. Unverblümt und nur mit sich selbst. Ungetrübt vom Meinungsschwall anderer Leute, die sowieso auch anders handeln als du.

Wenn mich eine Nachricht erreicht, mit der ich nicht umgehen kann, dann weine ich erst mal ein paar Tage. Das sind auch die seltenen Tage, in denen ich fähig bin, zu schweigen. Und wenn ich dann anfange, meine niedergeschriebenen Reden zu schwingen, merke ich immer wieder, dass ich an der Entscheidung der Person weder etwas ändern kann noch sollte. Manchmal ist Akzeptanz der richtige Weg. Vorausgesetzt, es gibt überhaupt richtig und falsch. Doch in dem Moment, in dem ich etwas wirklich komplett akzeptiere, fällt so eine unglaubliche Last ab, die einem die Augen öffnet, dass man die ganze Zeit die Luft angehalten hatte. Und auf einmal atmet man wieder ein, und sei es auch unter Wasser, wie Lilly Lindner so schön sagt. Sei es noch so widerstrebend von außen zu betrachten, Fakt ist, da ist Verantwortung übernommen worden, da atmet wieder jemand.

Akzeptieren heißt nicht, dass man mit dem Lauf der Dinge einverstanden ist. Aber es heißt, dass man endlich Frieden machen möchte und einsieht, dass die größte Stärke darin liegt, zu vertrauen und das Leben in die Hände der Zeit zu legen.

Geh. Aber komm bitte wieder zurück.

Wenn alles so einfach wäre, wie es sich in Worte fassen lässt, würde die ganze Welt durch heimische Straßen tanzen, wie sie es für Pharrell Williams’ Video tun. Doch bis es so weit ist, freue ich mich persönlich auch an traurigen Stunden in meinem Leben. Denn ohne diese hätte es keine dunklen und Cobain-geprägten 90er gegeben. Lionel Richie hätte nie „Hello“ gerufen und sehnlichst auf das Echo gewartet. Und Shakespeare (oder sein persönlicher Schreiberling) hätte den Herz-Schmerz nicht so zeitlos auf die Bühne gebracht, dass man ihn noch heute in jeder Zelle pochen hört.

Auf die durchweinten Nächte, die Schmerzen in der Brust und die Wut im Blick. Wenn das mal nicht lebendig macht.

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