Hier war einmal ein Reiseblog.

Den gibt es nicht mehr. Lasst mich erklären, warum:

Ich habe das Reisen immer geliebt. Meine schönsten, schmerzhaftesten, inspirierendsten Erinnerungen hängen mit Reisen zusammen. Deshalb habe ich mit Anfang 20 angefangen, sie aufzuschreiben.

Als ich 2016 einen Buchvertrag bekam und „Gehen, um zu bleiben“ schreiben durfte, ging ich voller Enthusiasmus an die Sache ran. Ich wollte Menschen begeistern, über den eigenen Tellerrand zu schauen, ich wollte Leute dazu motivieren, rauszugehen – wohin auch immer. Damals, 2016, habe ich jedoch nicht alle zu erledigenden Hausaufgaben gemacht und in meiner Reiseblogger*innen-Blase hat niemand darüber gesprochen: was ich, was wir, der Umwelt mit dem (Viel-)Fliegen antun.

Als ich im Herbst 2017 mich viel zu spät damit auseinandersetzte, änderte ich meinen Lebensstil radikal. Unter anderem reduzierte ich meine Flugreisen und die, die ich beruflich machen musste, verband ich mit längeren Aufenthalten. Ich wusste aber, dass das auf lange Sicht nicht reichen würde.

Mittlerweile bin ich aus dem Bloggen herausgewachsen und meine Werte haben sich verändert. Ich empfinde das Reisen nach wie vor als bereichernd und wahnsinnig wichtig, um den eurozentrischen Blick hinter sich zu lassen. Um sich wirklich zu öffnen für die gelebte Vielfalt auf dieser Welt. Deshalb werde ich immer reisen, immer unterwegs sein. Jedoch möchte ich a) kein Geld mit Reisebloggen verdienen und b) es ganz anders angehen. Derzeit mache ich vor allem regional Urlaub und wenn ich beruflich 1-2 mal im Jahr fliegen muss, hänge ich nach wie vor mehr Zeit für meinen Aufenthalt ran. So kann das Reisen auch wieder zu dem werden, was es im Kern ist: außergewöhnlich.

Und nun? Mein Buch „Gehen, um zu bleiben“ dient weiterhin der Inspiration und nicht dem Nachahmen vieler Flugreisen. Ich mag es noch immer, ich mag, was darin steht. Und ja, natürlich würde ich es heute anders schreiben. Wir alle entwickeln uns. Wir alle blicken auf Fehler zurück. Fangen wir also an, uns zu verbessern und uns dabei gemeinsam zu motivieren, anstelle immer und ständig mit dem Finger auf andere zu zeigen.

Ich danke allen, die in den letzten Jahren diesen Reiseblog besucht haben. Dieser Austausch war schön und das möchte ich nicht missen.

Alle, die meine Arbeit als Buchautorin, Journalistin und Podcasterin interessiert, können auf meiner Website www.anikalandsteiner.de immer aktuelle Informationen finden. Auf Social Media bin ich ausschließlich auf Instagram und (ein bisschen auf) Facebook aktiv – da gibt es auch immer mal wieder Eindrücke von meinen beruflichen und privaten Reisen.

Alles Liebe,

Anika (Juli 2019)

 

 

(c) 2015 Anika Landsteiner