Sansibar und der Versuch, bewusst und nachhaltig zu reisen.

Seit zehn Jahren ist es verboten, Plastiktüten einzuführen, zu verkaufen oder zu verteilen. Bei meiner Einreise wusste ich das nicht, es hat aber auch niemand kontrolliert. Trotzdem: So ein Schritt bedeutet viel. Und er ist wichtig.

Wie ich versuchte, auf Sansibar nachhaltig und bewusst zu reisen, im Hinblick auf Umwelt, Natur und Kultur, kommt jetzt:
Mit der Einfuhr diverser Plastiktüten, zum Beispiel zum Schutz der Klamotten vor dreckigen Schuhen, habe ich schon mal alles falsch gemacht. Dafür bin ich sofort im richtigen Hotel abgestiegen, der Red Monkey Lodge, wo es einen Wasserspender gibt, an dem sich jeder Gast kostenlos bedienen darf. Wer keine Flasche dabei hat, kann im Hotel eine kaufen, befüllen, und sie nach dem Urlaub mit nach Hause nehmen und dort richtig entsorgen.

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Dass Sansibar ein Müllproblem hat, wird jedem klar, der bei Ebbe die paradiesischen Strände entlangläuft oder mit dem Roller durch das Hinterland fährt.
Obwohl die Schönheit überwältigend ist, ist die Vermutung, dass es kaum noch müllfreie Traumstrände weltweit gibt, eine Tatsache. In den meterhohen Korallensteinen auf der Insel, die durch die stark ausgeprägten Gezeiten entstanden, hängen riesige Fischernetze, die langsam vor sich hin verrotten, ich fand bei Spaziergängen kaputtes Plastikspielzeug, Zahnbürsten und so vieles mehr. Natürlich kein Träumchen, das alles aufzusammeln, ich hab es trotzdem gemacht. Weil ich keine Lust hatte, lediglich meinen Weg drumherum zu laufen.

Übrigens soll das nicht abschreckend auf diejenigen wirken, die nach Sansibar kommen wollen: Das Müllproblem ist (noch) lange nicht so ausgeprägt wie an anderen vermeintlichen Traumstränden. Sansibar ist trotzdem ein wunderschöner Fleck. Für dieses Bild musste ich rein gar nichts vertuschen und es ist kaum bearbeitet.

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Für den Hintergrund auch nicht.

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Geschossen wurden beide Bilder übrigens an dem für mich schönsten Strand – bei Kizimkazi. Genau dort, wo die meisten Delfintouren angeboten werden. Und das leitet uns zum nächsten Problem:

Auf Mauritius habe ich eine gemacht – ich bin in einem Schnellboot früh am Morgen nicht weit raus aufs Meer gefahren, um Delfine zu sehen und, im besten Fall, mit ihnen zu schwimmen. Das kann man machen und möchte man vielleicht auch, das sollte man sich aber gut überlegen. Es ist nämlich ziemlich schwierig, abzuwägen, ob man einen Anbieter erwischt, der es gut mit den Tieren meint und beispielsweise respektiert, wenn sie sich bedroht fühlen, oder, ob er ihnen weiter hinterherfährt.
Auf Mauritius fand ich das nicht so gut gelöst, denn es waren rund zwanzig Boote, die um die Delfine kreisten. Zwar tangierte das die Tiere wenig, allerdings hatte am Ende keiner wirklich etwas davon. Delfine ziehen sich übrigens gegen Mittag ins tiefere Wasser zurück, um jagen zu gehen. Wenn also eine Delfintour anbietet, am Nachmittag weit raus zu fahren, dann ist davon abzuraten und die Tiere beim Jagen nicht zu stören.

 


Ein paar Tipps für das nachhaltige und bewusste Reisen auf Sansibar (und generell):

  • Wenn es nicht zu heiß ist, ein Fahrrad leihen, ansonsten ein Auto oder einen Roller von Einheimischen mieten. So kommt man auch gut mit den Menschen ins Gespräch und Kinder sind sowieso immer euphorisch, wenn sie Touristen sehen. Ein paar Worte auf Swahili:

Jambo – Hallo
Hakuna Matata – Alles in Ordnung, alles bestens, keine Sorge
Asante (sana) – (vielen) Dank
Karibu – Bitte, gerne

  • Lokale Souvenirs kaufen, die auf Sansibar hergestellt werden, da steht dann auch nicht made in China drauf wie bei größeren Basaren in Städten auf dem Festland oder teilweise sogar leider in Stone Town.
  • Niemals Müll irgendwo liegenlassen. Das fängt beim kleinen Flaschendeckel am Strand an und hört bei Verpackungen auf. Wir sollten generell aufhören, uns darauf zu verlassen, dass jemand anderes uns hinterherräumt.
  • Beim Tauchen und Schnorcheln auf das hören, was die Lehrer und Guides sagen. Und sich daran halten. Ganz wichtig: Keine Korallenriffe anfassen, Tiere nicht verschrecken.
  • Vom Fischen halte ich generell nichts und auf solchen Inseln sowieso noch weniger, denn durch den hohen Konsum von Fischen und Meeresfrüchten auf tropischen Inseln werden die Weltmeere kategorisch leergefischt, was zur Folge hat, dass das Ökosystem darunter leidet und extrem viele Arten vom Aussterben bedroht sind. Wer Fisch essen möchte, bitte in Maßen und nicht auch noch selbst eine Angeltour buchen.
    Auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen: Bitte keinen Oktopus essen. Das Tier ist sehr intelligent und wird in manchen Fällen nicht nur nach dem Tod „weich geschlagen“, um das zähe Fleisch angeblich genießbar zu machen, sondern auch oft tot geschlagen, weil es ein starkes Tier ist, das lange überlebt und beispielsweise das Fischernetz kaputt macht.
    Infos: Überfischung der Weltmeere
  • Last but not least: Respektvoll mit der Kultur und den Werten der Menschen vor Ort umgehen. In dem halt autonomen Staat herrscht ist die vorrangige Religion der Islam, die Menschen selbst sind konservativ eingestellt. Am Strand ist es kein Problem, im Bikini herumzulaufen, den Einheimischen ist klar, dass der Tourismus die größte Einnahmequelle ist und da gibt es auch keine bösen Blicke. Überall anders: Bitte auf Hot Pants und heiße Flitterwochen-Küsse in der Öffentlichkeit verzichten und speziell zum Ramadan Schultern und Knie bedecken (oder zumindest eins davon), vor allem, wenn unterwegs in Stone Town oder bei einer Fahrt im lokalen Minibus.

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Fußabdrücke hinterlassen – aber nur im Sand.

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