Woanders is‘ auch teuer: Mauritius für den kleinen Geldbeutel

Mauritius. Hashtag Hochzeitsinsel, das Once-In-A-Lifetime-Erlebnis.
Wochenlang vor dem Abflug habe ich mich kaum getraut, zu erzählen, wo die Reise hingehen würde. Weil sie mir einfach unangenehm waren, die Blicke und Kommentare, die sagen:
Na, du hast ein Leben.

Papperlapp. Wir fliegen nach Mauritius! Und melden trotzdem keine Privatinsolvenz an!

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Flug

Eins vorweg, und das müssen wir schlucken, Freunde: Die Flüge ins Paradies sind teuer. Egal, zu welcher Jahreszeit, aber unter 800 Euro findet sich kaum was. Ich bin mit Emirates über Dubai nach Mauritius und zurück geflogen für exakte 800 Euro inklusive dem Rail-and-Fly Ticket, das mich lässig nach Frankfurt an den Flughafen gebracht hat.

Sind wir aber nun angekommen, haben wir den größten Schock überwunden, und können nun auf der schönen Insel angemessen bis teuer bis abartig exklusiv leben.

Update: Mittlerweile gibt es günstigere Angebote, es hängt natürlich auch immer von der Jahreszeit ab. Also immer schön die Augen offen halten und Preise vergleichen.

 

Unterkunft

Ich selbst habe in La Preneuse (Black River, nahe Tamarin an der Westküste) in einem Apartment einer Freundin gewohnt, das alles bereitstellte, was ich brauchte. Ich kann den Ort und das Gebiet drum herum absolut empfehlen. Es ist wunderschön, mit die heißeste Region und nicht zu überlaufen (außer Flic en Flac, das für den Tourismus angelegt ist).

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In meinem Apartment gab es eine große Küche, sodass ich jeden zweiten Morgen zuhause frühstückte und (dadurch Geld sparte), Wasch- und Spülmaschine (wir sind ja trotzdem im Urlaub, ne), eine Veranda und zwei Schlafzimmer. Sobald wir uns also ab zwei Personen aufwärts eine schicke Wohnung (siehe AirBnB) oder kleines Haus teilen, liegen die Kosten deutlich unter denen eines Hotels.

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Wer lieber in einem hübschen Boutique-Hotel absteigt, dem lege ich The Bay“ ans Herz. Diejenigen, die mir auf Instagram folgen, haben schon am ersten Tag meine Liebe zu diesem Fleckchen mitbekommen, denn auf der Terrasse des Hotels habe ich mein Geburtstagsfrühstück genossen und war auch sonst zwei Wochen lang Stammgast. Wenn, dann dort! Keine Schleichwerbung, sondern Empfehlung von einer, die sich Hals über Kopf in die meditative Atmosphäre der Anlage verliebt hat.

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Essen & Trinken

Essen gehen und Alkohol konsumieren liegt preislich genauso wie in Deutschland. Im Supermarkt können wir gut und gerne 15 Euro für einen südafrikanischen Rotwein hinlegen, wir bekommen aber auch das einheimische Phoenix-Bier aus der Dose, das nach heißen Tagen definitiv den Durst löscht. Für mich war es eine schöne Abwechslung, ab und an zuhause zu kochen und dann wiederum auszugehen. Hat beides seine Vor- und Nachteile.

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Stichpunkt Supermarkt: Hier habe ich mich nicht nur mit Essen eingedeckt, das ich in Europa ebenfalls bekomme, sondern auch mit indischen Gewürzen, Safran, mauritianischem Rum und dem besten Chili, das von Einheimischen produziert und im Kühlregal verkauft wird. In Supermärkte zu gehen stellt also nicht nur eine Sparmaßnahme dar, sondern ist unglaublich interessant und ein toller Platz, um das Leben der Menschen vor Ort hautnah mitzubekommen sowie Souvenirs zu finden und sich durchzuschlemmen. #nehmichmit

 

Nahverkehr

Das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel ist so typisch exotische Insel: Wenn der Bus kommt, dann kommt er und wenn nicht, dann eben später. Außerdem gibt es lediglich eine sogenannte Schnellstraße, das heißt trotz der kleinen Fläche, dauert es ewig, mit dem Bus diverse Sehenswürdigkeiten anzusteuern. An dieser Stelle sei geraten: Mietwagen oder Taxifahrer.

Der Tagessatz eines qualifizierten Fahrers beträgt ca. 65 Euro, sind wir also zu zweit oder mehr, ist das ein absolut fairer Preis. Er fährt genau die Route, die wir möchten, erklärt uns nebenbei in meist sehr gutem Englisch oder Französisch Wissenswertes zur Insel und setzt uns abends wieder ab. Für alle, die dem Linksverkehr nicht trauen, also eine wie ich finde sehr gute Alternative.

 

Ein bisschen Luxus (meine Geheimtipps)!

Die Mentalität und Gastfreundschaft auf dieser Insel ist wirklich umwerfend und nicht selten habe ich davon profitiert. Beispielsweise war ich frühstücken in der wunderschönen Anwohneranlage La Balise Marina, die etwas an Venedig erinnert und neben Neubausiedlungen und einem SPA auch das Coral Tree House Restaurant anbietet. Dort lässt es sich nicht nur gut speisen, sondern wir können auch den gefüllten Bauch entspannt der Sonne entgegenstrecken, denn der Poolbereich und die Betten und Liegen, inklusive freiem WiFi, sind für alle da. Gewusst wie, denn die meisten Touristen wissen das nicht.

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Nicht nur dort habe ich ab und an Stunden verbracht, sondern auch in den Luxushotels, die zwischen Flic en Flac und Tamarin angesiedelt sind. Alle Anlagen können ohne Probleme vom öffentlichen Strand aus betreten werden (Stand Frühjahr 2015), es stört niemanden, wenn die Liegen der Hotels genutzt werden, solange genügend für alle Gäste da sind. Zumindest wurden mir immer nur nette Blicke zugeworfen und sogar Handtücher gebracht, anstatt missbilligend gefragt zu werden, ob ich hier wirklich Gast sei.
Zwischendurch habe ich oftmals im Hotelrestaurant gegessen oder einen Cappuccino getrunken, denn das Schöne an Luxushotels: Der Service ist exzellent. Man schwatzt kurz miteinander und bekommt jeden Wunsch – in meinem Fall Sojamilch – von den Lippen gelesen. Ein bisschen Luxus dürfen wir uns gönnen und die Preise der Restaurants waren denen in Deutschlands Großstädten gleich und überraschender Weise keineswegs überteuert (Cappuccino 4 Euro, großes Clubsandwich mit Pommes Frites 8-10 Euro).

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Eintrittsgelder

Generell sind die Eintrittsgelder vollkommen in Ordnung oder viele Sehenswürdigkeiten sogar kostenfrei. Hier ein paar Beispiele:

Kostenlose Highlights:

  • Black River George Nationalpark: Wandern, Aussicht, Wasserfälle
  • Schnorcheln (wenn kein eigenes Set, dann ein günstiges im Supermarkt/Souvenirshop ergattern)
  • Am Le Morne Beach sitzen und die Kitesurfer beobachten
  • Von La Preneuse nach Flic en Flac am Strand entlang laufen (und ein bisschen kraxeln), ca. 2-3 Stunden
  • Sämtliche Aussichtsplattformen sind kostenlos.
  • Grand Bassin – der heilige See

 

Meine absoluten und persönlichen Highlights, die sehr günstig waren

  • Markt in Quatre Bornes (einheimisch! Viel besser als der in Port Louis) + indisches Street-Food
  • Pamplemousse Garden (unbedingt mit dem großen, schlaksigen Mann die Führung machen) + Labourdonnais (restauriertes Kolonialhaus mit Rumverkostung)

 

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Wissenswertes

  • Obwohl die Insel seltsamerweise Cyber-Island genannt wird, funktioniert das WLAN nicht immer und manchmal sehr langsam. Ich glaube, der Cyber-Begriff ist einfach darauf bezogen, dass man überall problemlos an Wifi herankommt, doch ob und wie es funktioniert, ist eine andere Sache.
  • In Mauritius leben neben vielen Kreolen und Indern auch einige Einwanderer. Ob aus Südafrika oder Europa, einige Familien sind hier anzutreffen, bei denen ein Elternteil für ein paar Jahre hier arbeitet, bis die Familie weiterzieht oder nach Hause zurückkehrt. Daher hat sich zwischen den Weißen auf Mauritius eine Art Stop-And-Go-Mentalität entwickelt. Viele kommen und bleiben für einige Jahre, ein paar heiraten hier und bleiben der Insel für immer treu. Das Schöne an dem Ganzen: Obwohl so viele verschiedene Ursprünge und Glaubensrichtungen zusammenkommen, leben alle sehr friedlich mit- und nebeneinander.

Ich finde, Mauritius ist ein Minikosmos, der zeigt, wie es funktionieren kann, wenn wir nur wollen.

  • Die Mauritianer sprechen von einem Fake-Winter. Parallel zu unserem Sommer kühlen die Tagestemperaturen auf bis zu 20 Grad ab, ein Zustand, der von den Einwohnern nur mit Fleecejacke und Schal zu ertragen ist. Ab November ist Hauptreisezeit, allerdings ist es gerade im Januar so heiß und feucht, dass es kaum zu ertragen ist. Ich war im April, was absolut perfekt war. Ein Regentag in zwei Wochen, ansonsten durchgehend Sonnenschein bei bis zu 30 Grad und mehr.

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Mein Lieblings-Überzeugungsgrund

Es gibt nichts Gefährliches auf der Insel! Malaria ist schon lange ausgerottet und auch giftige Spinnen oder Ähnliches sind nicht vorhanden. Das liegt daran, dass Mauritius sehr viele endemische Arten in der Tier- und Pflanzenwelt aufweist, sprich, so abgelegen ist, dass es von vielen Einflüssen abgeschirmt ist. Wenn das nicht einer DER Gründe ist, jetzt sofort zu buchen!

Woanders is‘ auch teuer, is klar. Und wie so oft kann man immer selbst entscheiden, wie man einen Urlaub verbringt. Durch AirBnB, Schnäppchenangebote und dem Eingliedern ins lokale Leben ist Mauritius kein teurer Spaß, sondern für mich zu einem Sehnsuchtsort erster Klasse geworden, an den ich definitiv zurückkomme.

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Wer kommt mit? Was wollt ihr sonst noch wissen?

 

 

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14 comments

  • Mauritius ist mein absolutes Traumreiseziel und nach meinem USA Aufenthalt wird dieser Traum dank deines Artikels definitiv auch bald wahr gemacht. Vielen Dank für die vielen Tipps!!
    Liebe Grüße,
    Franzi
    franziefliegt.wordpress.com

  • […] die mir bei dem lauten Gedanken, auf die Seychellen fliegen zu wollen (jetzt war ich zumindest auf Mauritius, hö hö), schon beinahe Überheblichkeit unterstellen, sich aber dann das dritte Mal in einer […]

  • Wir fliegen im November nach Mauritius 🙂

    Vielen lieben Dank für die Tips.

    LG

  • Hallo Anika,

    wir waren schon auf vielen Inseln, jedes Jahr auf einer anderen. Nächstes Jahr wird es Mauritius werden. Flug und Unterkunft (über airbnb und sehr günstig) sind schon gebucht. Jetzt geht es an die Feinplanung und dabei hat uns dein Artikel sehr geholfen. Auch wir haben die Erfahrung gemacht, dass die meisten Inseln auch mit geringem Geld zu erkunden sind. Es steckt natürlich viel Planung dahinter und von Pauschalreisen sollte man Abstand nehmen. Dann ist es auch erschwinglich. Und gerade die Planung im Vorfeld macht so viel Spaß und steigert die Vorfreude. Wir erlesen uns viel im Internet und über Reiseführer.
    Durch eine Ferienwohnung kommt man den Einheimischen viel näher und bekommt ganz tolle Tipps und Hilfe. Und bisher haben wir nur gute Erfahrungen gemacht.

    Ganz tolle Bilder. Genau die, die wir selbst machen und so lieben.

    Grüße von Heike und Stefan

    • Liebe Heike & Stefan,

      das klingt fantastisch, da habt ihr vollkommen Recht. Wünsche euch ganz viel Spaß auf Mauritius!

  • Ist genauso wie beschrieben sind gerade auf Mauritius für 3 Wochen ein Traum das zweite mal immer wieber ein Paradies

  • Wir sind das zweite Mal in Folge auf Mauritius. Einfach traumhaft! Apartment mit Pool über Airbnb absoluter Luxus, da total allein ohne nervige Touristen 😉
    Und das auch noch bezahlbar.
    Traumurlaub

    • Hallo dürfte ich erfahren in welcher Unterkunft ihr wart? Sind grad in der Planung, Flüge sind bereits gebucht jetzt fehlt nur noch eine schöne Unterkunft. Danke schonmal im Voraus für die Antwort! Liebe Grüße Chris

      • Hallo Chris,

        ich war in der Privatwohnung einer Freundin, deshalb nicht verlinkt. Ähnliche Angebote finden sich aber u.a. auf AirBnb.

        Liebe Grüße,
        Anika

  • Hallo Anika,
    Deinen Mauritius-Bericht habe ich mit viel Vergnügen gelesen. Wir gehören zu den Mauritius-Infizierten und waren bisher 11 mal dort. Und die Reaktion auf „wir fliegen nach Mauritius“ kenne ich, wie Du es beschreibst, ich habe immer das Gefühl mich dafür entschuldigen zu müssen. Ja, die Flüge sind nicht mehr so preiswert wie vor einigen Jahren, aber auch wir wohnen meist privat und nicht in 6** Hotels…
    Ich würde Deinen Mauritius-Bericht gern in unser neues Mauritius-Forum: http://www.info-mauritius.eu/ verlinken, ist das okay ?
    Lieben Gruß aus dem deutschen Winter
    Christine

    • Liebe Christine,

      kannst du gerne verlinken, danke fürs Fragen und viele schöne Erlebnisse auf Mauritius noch!

      Anika

  • Wunnderbar, dieser Bericht. Ich bin jetzt 73j und mein Traum ist Mauritius erst waren es die FIDSCHI s. Nur eine frage was heißt AirBnb??.Liebe grüße aus Frankfurt. Die Reise Oma Hannelore

    • Danke dir, liebe Hannelore! AirBnB ist der Name einer Seite (www.airbnb.de), worüber man Ferienhäuser buchen kann, aber auch Boutique-Hotels oder Zimmer bei Einheimischen. Sozusagen die Konkurrenz zu Hotelketten.
      Liebe Grüße an dich!
      Anika

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