Ein Ort zum Bleiben.

Ich habe viel zu wenig von Bali gesehen. Doch in Canggu war ich mehrere Tage und habe mich dort vollkommen fallen gelassen. Butterweich war die Landung, denn: Canggu, das ist ein Ort zum Bleiben.

Warum, das kann ich gar nicht wirklich sagen. Es war die Stimmung, die mich bereits empfing. Der angenehme, freundliche, offene Vibe, wenn man so will. Canggu ist unglaublich entspannt, was nicht nur an den sympathischen Balinesen liegt, die sowieso Ruhe ausstrahlen in allem, was sie tun, sondern auch an der Surfkultur. Hier an diesem Ort an der Südwestküste der Insel haben sich Menschen niedergelassen, die nicht einfach nur mal ausspannen, sondern bleiben wollen. Bali für sich entdeckt haben und die Insel mitformen – Canggu wurde auf diesem Weg zu einem entspannten Paradies für Surfer und digitaler Nomaden.

 

Vor allem gesund und fit und enorm glücklich habe ich mich dort gefühlt. Die Villa, in der ich mit zwei Freundinnen gewohnt habe, bildete die Basis für dieses anhaltende Gefühl. Mit einem Privatpool und den Blick über das Reisfeld war ich am Morgen zum Sonnenaufgang wach und saß am Abend in der Dunkelheit auf der Galerie des zweiten Stocks und hörte den Geräuschen der Natur zu. So angenehm lässt es sich schlafen gehen, so ausgeruht aufwachen.

 

Ums Eck dann eins der für Bali bekannten Lifestyle-Cafés, die immer wieder vergessen lassen, dass man sich auf einer indonesischen Insel befindet, anstelle in einer der angesagten Megametropolen, wo es schon heute das gesunde Frühstück von morgen gibt. Zwischen Fruchtsmoothie und Acai-Bowl, zwischen Flat White und Avocado Bread, zwischen Watermelon-Shake und vegetarischem Rendang: In Canggu verhungert niemand, ganz im Gegenteil, es ist schwierig, nur alle paar Stunden in eins der vielen Cafés einzukehren. Genau aus diesem Grund gibt es hier nun auch keinen Food-Guide. Lasst euch treiben und stolpert dort hin, wo es euch reinzieht. So kommt ihr automatisch an die besten Adressen.

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Stundenlang saß ich über Kaffeekreationen mit Kokosmilch und führte die vielleicht besten Gespräche überhaupt. Letzteres machte einen Großteil meines positiven Gefühls aus; dass ich wirklich an schönen Plätzen saß, ganz ohne Zeitdruck, irgendetwas verpassen zu können; irgendetwas von meiner Reiseliste dadurch streichen zu müssen. Stattdessen unterhielt ich mich mit meinen Freundinnen so lange, wie ich schlichtweg Lust dazu hatte und dieses lässige Genießen tragen hier viele in sich. Es färbt ab, wenn man sich darauf einlassen kann. Auf die süße Verführung des Nichtstun.

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Abgesehen von dem ansteckenden Vibe, liegt Canggu zudem traumhaft am Meer mitten in Reisfeldern. Morgens mit dem Roller oder Fahrrad durch ebendiese fahren, dann frühstücken, tagsüber den Surfern zusehen oder selbst eine Stunde nehmen, sich Massagen gönnen, den Sonnenuntergang am Horizont genießen, über einem pinkfarbenen Himmel zu Abend essen, bei Dunkelheit zu Hause ankommen, nochmal in den Pool springen, Musik laut aufdrehen, lachen, während Frösche quaken und dann glücklich in die Federn fallen.

Canggu ist nicht der allerschönste Ort, an dem ich jemals war, dafür ist der Strand leider (zumindest in der Regenzeit) zu sehr vermüllt. Aber es ist einer, an dem ich viel zu gerne länger geblieben wäre. Weil vielleicht nirgendwo anders das Entschleunigen so gut funktioniert wie hier.

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Was ich noch loswerden wollte: Wer aufgrund des Films (hier ist nicht die Rede vom Buch, weil ich es nicht gelesen habe) Eat Pray Love nicht nach Bali fliegt, hat eventuell die Message nicht verstanden. Unabhängig von dem Durchschnittsthema, dass Frau sich finden möchte und auf Reisen geht, ist es ein unglaublich schöner, emotionaler Film, der mir schon lange Lust auf Bali machte. Die Stimmung, die die Kamera und vor allem auch Julia Roberts einfangen und ausstrahlen, ist genau die, die ich dort selbst erfahren habe. Ohne bei Ketut meine Lebenslinien untersucht haben zu lassen und im Anschluss mit dem Fahrrad zu meinem im Reisfeld stehenden, offenen Bungalow gefahren zu sein. Also macht keinen Bogen um Bali, weil ihr denkt, es sei zu gehyped – der Hype ist berechtigt. Der Film ebenfalls.

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