Die Essenz des Reisens: The Great Ocean Road

Lange habe ich Australien mit sehr verklärtem Blick angeschielt. Ich hatte Angst vor den Tieren und Neuseeland reizte mich mehr. Bis ich plötzlich im Flieger nach Australien saß, um an einer Pressereise teilzunehmen. Vorher habe ich mir jedoch die Great Ocean Road alleine angesehen.

Über Get Your Guide hatte ich noch von Deutschland aus eine 13-stündige Tour mit Go West entlang der Great Ocean Road gebucht. Ich wurde um 7:30 Uhr an meinem Hotel abgeholt und hatte ja keine Ahnung, wie fantastisch dieser Tag werden würde. 13 Stunden voller wunderschöner Ausblicke, Küstenstraßen, die jedes Mal in eine neue Welt bogen, weil jede Bucht anders war. Nebelverhangen, verregnet, von einer heißen Sonne getrocknet, alles zusammen – das Wetter um Melbourne wird als „4 Jahreszeiten an einem Tag“ beschrieben und genauso fühlte es sich an.

 

Auf dieser Tour beobachtete ich Surfer, die sich in die kalten Wellen des Pazifiks warfen, sah Koalas hoch oben in Eukalyptusbäumen schlafen, beobachtete knallrote Vögel, deren Namen ich vergessen habe, und Cockatoos, lief eine halbe Stunde durch einen kalten Regenwald, dessen frische Luft und Vegetation mich umhauten und ging irgendwann am Nachmittag den Holzsteg Richtung Meer entlang, Richtung Aussichtsplattform zu den Zwölf Aposteln – und war so aufgeregt wie ein kleines Kind. Mit manchen Attraktionen geht es mir immer wieder gleich: Es ist mir egal, mit wie vielen Menschen ich diesen Moment teile, obwohl ich ihn viel lieber für mich alleine hätte. Der Ort ist zu schön, um die Menschen um mich herum zu bemerken.

Die weltweit bekannten Felsformationen sind entstanden durch starke, erosive Kräfte des Meeres. Der weiche Kalkstein an den Port-Campell-Klippen trägt sich bis zu zwei Zentimeter im Jahr ab. Deshalb stehen hier auch gar nicht zwölf Felsformationen, sondern weniger, und auch diese werden langsam verschwinden, während sich neue bilden.

Die Ausblicke der Great Ocean Road berührten mich unglaublich. Vielleicht, weil ich begriff, dass ich auf der anderen Seite der Welt stand, und mir eingestehen durfte, dass mich ein Kontinent, der mich nie so wirklich interessiert hat, vollkommen einnimmt. In solchen Momenten schwappt eine so kindliche Euphorie in mein Bewusstsein, dass ich mich zwischen Lachen und Weinen kaum entscheiden kann, deshalb kommt beides zusammen. Und eine Sache kristallisierte sich mal wieder heraus: Niemals war das Reisen so einfach wie heute. Der beste Tipp, den ich deshalb geben kann und mir selbst immer wieder sage: Nimm es niemals selbstverständlich. Dann können Wunder passieren, überall und immer. Bewahre dir diese Euphorie, dein inneres Kind, staune und weine und lache und teile. Höre an keinem Ort damit auf. Das ist die Essenz des Reisens, wenn du mich fragst.

 

 

 

 

 

 

Kapitel 16: Australien oder Warum ein Buch nie zu Ende ist.

Ich habe an diesem Tag so viel gelernt & kann die Tour wirklich nur emfehlen:

  • Dass Eukalyptusbäume Waldbrände brauchen, um wieder erneut zu wachsen. Die ätherischen Öle in ihren Blättern wirken wie ein Brandbeschleuniger, daher brennen diese Wälder auch so schnell. Ihre Keimlinge zur Weiterverbreitung können erst durch die starke Hitze zum Leben erweckt werden. Was aus menschlicher Sicht eine Gefahr ist, ist für diese Vegetation überlebensnotwendig.
  • Dass Koalas nur sieben Sorten von Eukalyptus fressen und andere Tiere sowie wir Menschen die Pflanze nicht vertragen.
  • Dass die Great Ocean Road ab 1919 von 3000 heimgekehrten Soldaten aus dem ersten Weltkrieg gebaut wurde. Vor allem war es eine Arbeitsbeschaffungsmaßname und wahnsinnig anstregend aufgrund der geologischen Besonderheiten dieser Küste. Und deshalb fahren wir die Straße entlang mit einem ganz besonderen Bewusstsein. Nicht nur, weil dieses Fleckchen Erde so unfassbar schön ist, sondern auch, weil ihre Geschichte so beeindruckt.

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In Ich habe an diesem Tag so viel gelernt:
Dass Eukalyptusbäume Waldbrände brauchen, um wieder erneut zu wachsen. Die ätherischen Öle in ihren Blättern wirken wie ein Brandbeschleuniger, daher brennen diese Wälder auch so schnell. Ihre Keimlinge zur Weiterverbreitung können erst durch die starke Hitze zum Leben erweckt werden. Was aus menschlicher Sicht eine Gefahr ist, ist für diese Vegetation überlebensnotwendig.
Dass Koalas nur sieben Sorten von Eukalyptus fressen und andere Tiere sowie wir Menschen die Pflanze nicht vertragen.
Dass die Great Ocean Road ab 1919 von 3000 heimgekehrten Soldaten aus dem ersten Weltkrieg gebaut wurde. Vor allem war es eine Arbeitsbeschaffungsmaßname und wahnsinnig anstregend aufgrund der geologischen Besonderheiten dieser Küste. Und deshalb fahren wir die Straße entlang mit einem ganz besonderen Bewusstsein. Nicht nur, weil dieses Fleckchen Erde so unfassbar schön ist, sondern auch, weil ihre Geschichte so beeindruckt.Merken

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