Bad Gastein Is For Lovers

Da saßen wir. Schlossen ab und an die Augen, lächelten. Wir lehnten uns in unseren butterweichen Sesseln zurück und ich fragte mich, warum es überhaupt noch Barhocker gab, wenn man doch so lässig am Tresen sitzen konnte wie hier. Im Haus Hirt.
Wo ich nach einem 4-Gänge-Menü nun mit vier wundervollen Menschen an der Bar saß, die Cocktailwünsche erfüllt wurden und mein Bein im Takt zur Playlist unseres Vertrauens wippte. So intensiv glücklich war ich seit Wochen nicht mehr gewesen. Das Wohlfühlprogramm Bad Gastein. Von vorne.

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Tag 1. Ich muss raus hier. Raus aus der Dachwohnung, raus aus dieser heißen Stadt. 2 1/2 Stunden durch Deutschland und Österreich, vorbei am besten Autobahnkaffee, den man auf der Strecke München-Salzburg bekommen kann, und hinein ins Staunen. Ins ständige Hochgucken. Bad Gastein. Ein Ort, in Stein gemeißelt, unser Mini kämpft sich die Kurven nach oben, ich gucke und gucke – all diese schönen Villen an so steilen Hängen, dass ich mich frage, ob die Bilderbuchleinwand vielleicht einfach gleich nach vorne umkippt?

Auspacken im wunderhübschen Miramonte, ab auf den Berg, schnell noch ein paar Sonnenstrahlen erwischen. Auf der Bellevue Alm gibt es einen natürlich angelegten Pool, den besten Rosé südlich… ach, was, überhaupt!, und ganz viel ahhs und ohhs, denn spätestens beim Katzenbaby Heidi wurde ich so richtig schwach.

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„Bad Gastein, you sweet fairy tale. I love you more with each and every day“ (Nadin Brendel)

Tag 2. Wandern. So richtig. Aber erst Kaffee und Frühstück, denn wer mich kennt, der weiß: Wo der Duft von Kaffeebohnen und warmen Croissants ist, bin ich nicht weit. Eine Sonnenterrasse und nette Gesellschaft on top – abseits von Bad Gastein könnte das Leben gerade durchaus schlechter sein.

Die Wanderung mit Ausgangspunkt Sport Gastein (Nationalpark Hohe Tauern) führte uns über die Bockhartseehütte vorbei an einem Stausee bis hin zu einem wunderschönen Bergsee und über ein Geröllfeld zum Gipfelkreuz. Zum Start vielleicht etwas anspruchsvoll, dafür wunderschöne Ausblicke und das Gefühl am Abend, wirklich was geleistet zu haben.

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Tag 3. Man munkelt, auf der Poserhöhe gäbe es den besten Kaiserschmarrn. Christl heißt die Zauberin und lässt uns sogar in ihre urige Küche lugen, nachdem wir uns an diesem heißen Sommertag anderthalb Stunden lang steil bergauf zu ihr hinaufkämpften. Es hat sich gelohnt, wie immer, wenn man on top of the mountain ist.
Liegestühle, eiskaltes Wasser, das uns der Kellner lässig übers Haupthaar kippt, besagter Kaiserschmarrn, der den Begriff foodgasm ganz neu definiert, und ein Nickerchen im Gras mit dem Almhund Gauner. Ich will hier nicht weg.

„Bad Gastein is for lovers. Hier stehen einfach so unglaublich viele Bänke zum Kuscheln und Knutschen.“ (Nadin Brendel)

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Ich muss aber.
Ich bin für mehr Wollen im Leben und weniger Müssen, denn darum geht es doch, um das schöne Leben. Und: Es war wirklich zu schön, um wahr zu sein. Vielleicht also doch ein fairy tale? Dieses Bad Gastein, das immer wieder von Schöngeistern und Künstlern angesteuert wird und wo herzige Menschen wie die Inhaber des Hotel Miramonte, des Haus Hirt und der Alpenlofts wohnen. Selten habe ich mich so willkommen und aufgehoben gefühlt, selten habe ich in diesem heißen Sommer auch nur eine Nacht so gut geschlafen wie dort oben, in den Bergen, irgendwo in den Österreichischen Alpen, wo die Uhren langsamer ticken und das Auftanken wie von selbst funktioniert.

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Meine Playlist zum Wandern, im Cabrio fahren oder einfach zum Leben feiern, ist meinen wunderbaren Begleitern gewidmet: Deniz, der Fotograf der obigen Aufnahmen, Carlos, dessen Musikgeschmack mein Leben bereichert hat, Nadin, die uns in ihre neue Welt eingeladen und somit alle zusammengebracht hat und Lisa, die für alles schöne Worte findet.


 

Links:

Festival: sommer.frische.kunst

Gesundheit: Das Radon in den Heilstollen

Anmerkung: Vielen Dank an das Hotel Miramonte für die Einladung. Meine Ansichten sind selbstverständlich meine eigenen.

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