Sardinien oder: Oh, wie schön ist die Costa Smeralda?

Alle behaupten, Sardinien sei die Karibik Europas. Auch meine Mama. Gut, dachte ich mir vergangenen April, fliege ich da doch mal hin. Vier Wochen zuvor war ich passenderweise erst aus Curacao zurückgekommen – und von der Farbe des Wassers träumte ich noch lange.

 

Hallo, Sardinien, du Perle, wie soll ich es anders sagen!

 

Der Anflug auf die zerklüftete Landschaft der Costa Smeralda, die den nordöstlichen Teil der Insel ausmacht, war atemberaubend. Und das, was ich an Europa so mag, wurde mir einmal mehr bewusst: Morgens in München gestartet, anderthalb Stunden später in Olbia gelandet, 20 Minuten später den Mietwagen abgeholt, 15 Minuten später am Hotel angekommen. Bereits am Nachmittag war der nasskalte Frühling in Deutschland komplett vergessen, ich saß in einem der Korbstühle am Pool, trank Cappuccino und setzte meine Sonnenbrille auf. 22 Grad, bella italia, und das innerhalb weniger Stunden, ausgeruht und ohne Zeitverschiebung.
Wir sollten uns viel öfter dieses wundersam vielfältige Europa ansehen.

Das tolle S’Astore Hotel. Blick vom Zimmer aus auf einen Teil der Anlage.

Das Kuchenbuffet. Jeden Morgen.

Fantastisch geschlafen habe ich in einem der bequemsten Hotelbetten überhaupt. Am Morgen dann das typische italienische Frühstück, das weniger eine kontinentale Auswahl bereithält, sondern vielmehr allerlei süße Leckereien auftischt – habe ich persönlich ja kein Problem mit.

Danach ging’s los, mit dem Mietwagen (Tipp: unbedingt buchen, ohne Mietwagen geht nichts!) die Serpentinen der Küste auf und ab. Man kommt auf Sardinien nur langsam voran, selbst dann, wenn man sich an die absurd-verrückte Fahrweise der Italiener anpassen würde, denn spätestens nach 500 Metern wartet die nächste Kurve; doch mit ihr auch wunderschöne Ausblicke.

Schnell wurde klar: Die Costa Smeralda hält, was ihr kristallklar klingender, elegant anmutiger Name verspricht: Atemberaubende Küstenabschnitte und versteckte Buchten, in denen man sich beim Baden wie ein Einheimischer fühlen kann, fantastische, italienische Küche, schicke Boutiquen in pittoresken Bergdörfern, tolle Möglichkeiten zum Wandern, und, natürlich: das Wasser. Himmel, das Wasser.

Spiaggia del Principe

Eine Woche habe ich also Urlaub gemacht, habe vor allem gegessen und bin durchs Dickit gestapft, um diese tollen Buchten zu finden, von denen der Reiseführer vorschwärmte. Ende April pfiff noch ein kühler Wind, ein paar Sarden sprangen trotzdem schon ins Wasser. Ich blieb auf meinem Handtuch, las ein Buch, von dem ich noch nicht wusste, dass es schnell zu einem meiner Lieblingsbücher avancieren würde, aß fast jeden Abend Tiramisu, kippte über das Eis den Espresso, mein geliebtes Affogato, und fuhr schwindelerregende Küstenstraßen entlang.

Es folgt eine Woche Costa Smeralda in Bildern …

 

Das Hotel: S’Astore

Typisch sardische Elemente bei der Inneneinrichtung

 

 

Übrigens: Das Hotel, fünf Minuten von Porto Rotondo entfernt, weit oben auf einer Anhöhe, könnt ihr u.a. über Booking buchen* – ich wurde nicht eingeladen, um es zu testen oder zu promoten, ich fand es einfach so spitze, daher empfehle ich es gerne weiter.

 

Porto Rotondo

 

Tipp: Beste Adresse zum Essen in Porto Rotondo: La Rosa dei Venti – teuer, aber unglaublich lecker!

 

San Pantaleo

Wunderschönes Bergdorf zum Frühstücken, Shoppen (große Auswahl an Seide, Kaschmir und Leinen), oder einfach zum in der Sonne sitzen. Geht gut.

 

Tipp: Schönes Café für Draußen und Drinnen mit toller Musik, direkt am Marktplatz: Zara Cafè

 

Buchten & Strände

Spiaggia del Principe

Allerschönste Bucht mit weißem Sandstrand. Spektakulär ist bereits der 10-minütige Weg vom Parkplatz den Hügel hinunter, auf das Meer hinzu, vorbei an versteckten Landvillen, während immer wieder das türkisfarbene Wasser durch die dichten Büsche hindurchblitzt:

Spiaggia del Principe

 

 

Liscia Ruja

Sehr holprige Anfahrt. Schöner, relativ langer Sandstrand mit Felsen zum Herumklettern und schattigen Plätzen.

 

Spiaggia La Celvia

Sehr langer, breiter Sandstrand, einer der wenigen hier oben, entlang der Costa Smeralda: Der Spiaggia La Celvia.

 

Spiaggia Di Capriccioli

Einer meiner absoluten Favoriten mit grandiosen Buchten (mit Sandflächen), vor allem auch, weil ich eine davon Ende April fast für mich alleine hatte: Spiaggia di Capriccioli.

 

 

Santa Teresa

Santa Teresa Gallura, der nördlichste Punkt der Insel. Hier kann man bei klarer Sicht die südliche Küste der Nachbarinsel, das französische Korsika, sehen – oder gleich mit der Fähre übersetzen.

 

 

Palau

Leckerstes und typisch sardisches Gebäck gibt es in Palau bei Le dolcezze Napoletane. Der Ort eignet sich eh für einen Abstecher, hier geht nämlich die Fähre ab zu der wunderschönen, vorgelagerten Inselgruppe La Maddalena, die aus 62 Inseln und Inselbergen bestehen.

 

 

Capo D‘ Orso

Aussicht vom Capo D’Orso, dem wirklich beeindruckenden Bärenfelsen.
Von einem Aussichtspunkt, der nicht öffentlich zugänglich ist, sieht der Bär übrigens so aus (Link folgen) – toll, oder?

Sardische Baukunst in Porto Cervo
Einziehen, bitte.

 

Hach.

 

Als ich Ende April auf Sardinien war, war von dem Massentourismus weltweiter Schickeria noch nichts zu spüren. In den Häfen liegen übertrieben imposante Yachten, das Essen und Trinken ist teuer, aber abgesehen davon weht nur ein kühler Wind und man teilt sich die Strände mit Einheimischen oder anderen, die auf die Hochsaison verzichten wollen oder sie sich schlichtweg nicht leisten können.
Wer nicht zwischen Juli und September an extra für Touristen aufgebaute Gucci-, Chanel- und Co. -container vorbeilaufen möchte, dem rate ich, im Mai oder Ende September zu kommen. In beiden Monaten kann man ins Wasser hüpfen, aber ganz so viel los ist noch nicht bzw. nicht mehr.

Die Insel hat mir sehr gut gefallen, ich mochte den Wind, die Ausblicke, das Essen (natürlich), die Menschen, die wunderschönen, versteckten Buchten, die man manchmal wirklich suchen muss. Aber, es lohnt sich. Ein Urlaub auf Sardinien eben auch.

 

Lesetipps:


*Affiliate-Link, bedeutet: Mit dem Kauf über diesen Link bekomme ich eine kleine Provision, an eurem Kaufpreis ändert sich natürlich nichts. Danke für die Unterstützung des Blogs!

 

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Join the discussion

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.