Ein Streifzug durch Sevilla

Die umwerfende Altstadt ist die größte ganz Spaniens und allein der Anflug auf Sevilla im Abendlicht war traumhaft. Durch ihre südliche Lage sind die Winter mild (die Fotos wurden im Februar aufgenommen), die Sommer heiß und durch die Einflüsse der Mauren erinnerten mich viele Ecken an Marrakesch. Es folgt ein Guide zum Glücklichsein mit Insidertipps von Einheimischen.

Unterkunft

Wie fast immer bei Städtetrips habe ich auf Airbnb zurückgegriffen. Falls jemand dort noch nicht angemeldet ist, habe ich hier einen Gutschein im Wert von 35 Euro auf die erste Buchung. Wenn ich auf dem Portal nichts finde, wechsle ich zu Booking und buche meist ein schönes, jedoch bezahlbares Boutique-Hotel oder ein B&B.


Frühstücken

Churros zum Frühstück? Kann man mal machen, aber wenn man einige Tage in der Stadt verbringt, darf es auch mal was anderes sein. Vor allem, wenn man als Vegetarierin in Spanien ist und neben den vielen Fleischgerichten nicht immer auf Süßes zurückgreifen will. Frischen Hummus mit Tostados, Tomatenaufstrich, Guacamola, leckere Kaffeevarianten (auch mit Milchalternativen) und frisch gepressten Orangensaft gibt es im etwas versteckten, aber sehr zauberhaften Mamá Inés


Sightseeing

Einfach durch die Stadt streifen! Alles ist zu Fuß möglich und dadurch stolpert man ja bekanntlich immer zu den interessantesten Adressen. Aber auch ein paar Klassiker der Stadt, beispielsweise die Kathedrale Giralda, der Turm Torre del Oro und meine eigenen Highlights sollten nicht fehlen.

  • Der mittelalterliche Königspalast Alcázar

Er geht bis in die maurischen Bauzeiten zurück und fällt unter die Kunst des islamischen Westens, die vor allem in Andalusien weit verbreitet ist. Wenn sich die spanische Königsfamilie in Sevilla aufhält, wird Alcázar noch heute genutzt.

Der Garten

 

  • Metropol Parasol

Für moderne Kunst und moderne Architektur bin ich nicht besonders zu begeistern, doch diese pilfzförmige Holzkonstruktion fand ich wirklich spannend. Für 3 Euro geht es nach oben auf die Sonnensegel und man bekommt eine der besten Aussichten über Sevilla fast geschenkt. Das Metropol Parasol, übrigens „die Pilze“ von Einheimischen genannt, wurde von dem deutschen Architekten Jürgen Mayer entworfen. Darunter befinden sich unter anderem eine Markthalle, Bars und Restaurants.

 

  • Die Altstadt

Rund um die Kathedrale hat es mir sehr gut gefallen. Ich habe mich zwei Tage treiben lassen und mich dabei vor allem in ein kleines Eck in der Nähe von Alcázar verliebt, mit schwer behangenen Mandarinenbäumen, Caféterrassen in der Sonne, Pferdekutschen und gepflasterten Gassen.

Auch schön: In die Riads spitzen.

 

 

 

  • Plaza de España

Beeindruckendes, halbkreisförmiges Gebäude mit künstlich angelegtem Kanal und mehreren Brücken. Traumhaft schöner Platz, um sich in die Sonne zu legen – bei den mit Kachelornamenten verzierten Sitzgelegenheiten liegen auch Bücher zum Lesen und Tauschen.

 

  • Kulinarische Tipps für zwischendurch

Sightseeing macht müde. Wie gut, dass man zwischendurch überall einen Espresso kriegt. Dazu: Churros essen! Das Fettgebäck aus Brandmasse schmeckt wie Krapfen und der Zuckerschock lässt nicht lange auf sich warten, vor allem wenn man es in den dickflüssigen Kakao tunkt.

Tipp von Einheimischen: Zur Mittagszeit bei der Iglesia del Salvador ein Caña (Bierchen) trinken oder einen typischen Aperitivwein probieren – dazu passen natürlich Tapas zur Stärkung.
Was zwischendurch auch immer geht: Eis essen – sehr leckeres gibt es bei Bolas (auch veganes Eis, generell außergewöhnliche Sorten) oder Rayas.

  • Aire de Sevilla

Ganz besonderer Tipp zum Abschluss der Reise oder einfach nach einem langen Tag auf den Füßen: Aire de Sevilla – die arabischen Bäder. Massagen, Thermalbäder und vieles mehr. Mehr Infos.

 

  • Am Abend: Flamenco

Diese traditionelle, spanische Musik geht auf viele Einflüsse zurück, der Flamenco setzt sich aus Liedern und Tänzen zusammen. Hier habe ich auf den Tipp von Einheimischen zurückgegriffen, denn für Flamenco wird so viel Werbung gemacht, dass man am Ende gar keine Ahnung hat, wohin man denn nun gehen sollte: La Carboneria, zwar eine touristische Flamencobar, aber der Eintritt ist gratis, der Wein kostet 2 Euro, Flamenco gibt es jeden (!) Abend live und Tränen hatte ich auch in den Augen, als ich sie fotografiert habe.

 


Essen & Trinken

Tapas, ganz klar – daran kommt man nicht vorbei. Eigentlich handelt es sich hierbei um kostenlose Beilagen, die meist zu Bier, Wein oder Sherry gereicht werden, doch mittlerweile bedeutet „Tapas essen gehen“, sich die kleinen Appetithäppchen zusätzlich zu bestellen. Hier wird übrigens trotz des Namens jeder satt – man schlemmt sich gemeinsam durch verschiedene, kleine Gerichte, was Stunden dauern kann und nicht nur in einer Bar stattfinden muss.

Fotocredit links: Joan Nova (flickr) via CC2.0-Lizenz

  • Triana: Im Stadtviertel Triana einfach eine eigene Tapas-Tour veranstalten und von Bar zu Bar hüpfen. Meine Favoriten und auch die vieler Einheimischer: Las Golondrinas für Champignons Alioli, danach im schicken Majaretta durch die Karte schlemmen. Zwischendurch hier und da ein Caña trinken.
  • Weitere Tipps: In der Nähe der Flamencobar Carboneria gibt es im Levies (Kartoffeln mit Knoblauchdip für den Hunger!) auch eine große Auswahl an spanischem Essen, außerdem sollte man in Sevillas ältester Bar El Rinconcillo vorbeischauen oder im La Huerta (nebenan) Espinacas con Garbanzos (Spinat mit Kichererbsen, super lecker) probieren.
Auf dem Weg nach Triana
  • Sundowner: Die Dachterrasse des Hotels Doña Maria. Der Eingang zur Rooftop-Bar ist neben dem Hotel, in einer Seitenstraße nahe der Kathedrale. Gute Musik, entspannte Atmosphäre, leckere Drinks.
Nächtlicher Blick von der Dachterrasse des Hotels Doña Maria auf die Kathedrale

Feiern

  • In Alameda findet man viele Bars und einige kleinere Clubs.

Heladerias gibt es überall!

 


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6 comments

  • Oh Anika, wie toll! Das sieht alles so herrlich nach Sommer aus. <3
    Ich hoffe ich komme auch bald mal nach Sevilla, dann schaue ich definitiv bei Mama Ines vorbei.

    Ganz lieben Gruß aus dem leider – wieder – winterlich kalten Mainz,
    Sarah

    • Danke dir! Oh ja und das, obwohl die Fotos vom Februar stammen…
      Ich friere auch in München, bei 0 Grad und Schnee – you are not alone.

      Grüße nach Mainz,
      Anika

  • Sehr schöne Bilder und wunderbarer Bericht!

  • Sevilla hat mich letztes Jahr auch total in seinen Bann gezogen. Ich habe eine Woche dort verbracht und war selten von einer Stadt so begeistert wie von dieser. Der Duft der Orangenbäume, die leckeren Tapas, die wunderschönen Sehenswürdigkeiten, …
    Liebe Grüße,
    Ela

  • SEVILLA war meine „Weihnachts-Flucht-Residenz“ im Dez. 2014.
    Sevilla ist schon eine Reise wert, auch wenn man den Rahmen nicht über die Stadt hinausdehnt.
    Wie Sie Ihren Blick von der Dachterrasse loben, so muss ich sagen, dass der Blick von meinem Hotel in Santa Cruz zum Giralda der Kathedrale hin,
    mir in Erinnerung bleiben wird, es weckt Erinnerungen an den Blick über die roten Mauern von Marrakesch.
    Interessant finde ich auch die Keramik-Kunst, die an fast jedem Haus zu sehen ist und einen an das marrokkanische Zelik erinnert.
    Ich bin von Sevilla Weihnachten über Granada die Sierra Nevade hoch, trotzdem kann man Sevilla auch einzeln als Stadt aufsuchen, ohne dass
    Langeweile aufkommt.
    Fotos in der Bildergalerie meines Blogs
    herrrothwandertwieder

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