9 Gründe, warum „Gilmore Girls“ zu schauen ist wie nach Hause kommen.

Es ist schon erstaunlich, nach so vielen Jahren so gut wie alle Darsteller*innen für ein Revival zusammenzutrommeln – und alle auch wirklich dabei sein wollen. Außer auf Richard, Lorelais Vater, müssen wir schweren Herzens verzichten, da Edward Herrmann vor ein paar Jahren verstorben ist.

Für alle, die sich auf die vier neuen Folgen à 90 Minuten nicht nur mit dem gängigen Netflix-Serienmarathon vorbereiten wollen, habe ich nicht nur einen Buchtipp zur Serie, sondern auch 9 Gründe zusammengetragen, warum es sich wie nach Hause kommen anfühlt: Wenn Rory und Lorelai ihr Glück zwischen Büchern, Festivals, Männern, Kaffee, Kaffee, Kaffee und Paul Anka suchen – und hoffentlich finden.

Buchtipp

Gilmore Girls. 100 Seiten (Reclam) von der tollen Karla Paul. Erscheint am 11. November!


1. Kaffee ist überlebensnotwendig.

Bei fast jeder Folge frage ich mich, wie der Kaffee von Luke’s schmeckt. Oder der, an dem sich Lorelai jeden Morgen in der Küche des Dragonfly Inn bedient. Wer mich kennt, weiß, dass ich Kaffee liebe und selbst, wenn ich krank bin, oftmals einen Bogen um Tee mache. Kaffee ist ein riesiger Bestandteil der Serie, ein Getränk, um das sich ganze Dialoge drehen – so essentiell, dass Lorelai Luke’s Diner meidet, wenn sie sich trennen, und woanders auf die Suche nach Kaffee geht. Ich fühle jedes Mal mit ihr.
Übrigens: Auf GoEuro gibt es einen super Artikel, der sich mit der Europareise der beiden Mädels beschäftigt, die sie zwischen Staffel 3 und 4 machen. 12 Kaffeespots der Gilmore Girls!

2. Die Jahreszeiten sind hoffnungslos romantisch integriert.

Lorelais Jahreszeitenliebe, der change of seasons, ist sehr ansteckend. Vor allem, wenn man gar nicht so auf Winter steht und dann diese Szene schaut, in der sie mitten in der Nacht aufsteht, Luke mit sich zieht, und behauptet, sie würde den ersten Schnee schon immer riechen können. So ist es dann auch – die Reaktionen darauf sprechen für sich. Aber auch der Sommer und vor allem der Herbst werden nicht zuletzt durch die verschiedenen Feste, Dekorationen, das Licht und die allgemeine Stimmung detailverliebt auf den Bildschirm gebracht.

3. In Stars Hollow möchte man Urlaub machen – fürs Zuhause-Gefühl

Ich kann Stars Hollow nur als einen Ort beschreiben, von dem ich sehr stark hoffe, dass es ihn wirklich gibt. Einfach alles ist dort Unterhaltung, das fängt bei den Bewohnern selbst an und hört bei dem hübschen Ortskern auf, das geht von den individuellen Läden zu den Ortsversammlungen, die auch mal nachts um drei stattfinden und immer jemand Snacks dabei hat. Stars Hollow ist eine Traumwelt, in die man sich flüchten kann, wenn die Dinge nicht so rund laufen. Und dabei hoffen, irgendwann einmal dort Urlaub machen zu können.

4. Die Charaktere. Sie sind schrullig, witzig – und allesamt herzerwärmend

Mit Rory und Lorelai angefangen, über Luke, bis hin zu Kirk und Sookie. Selten sind so detaillierte Charakterstudien zu finden wie bei dieser Serie. Paris, die vielleicht am eloquentesten und in Sachen Mitgefühl am meisten umherirrt, und deren Rolle es vielleicht nie gegeben hätte, hätte Liza Weil nicht ursprünglich für Rory vorgesprochen. Oder Michel, meine Güte, wie kann man den versnobten Franzosen nicht lieben? Und natürlich, neben all den seltsamen Bewohnern Stars Hollows glänzen da auch noch Richard und Emily, die es jedes Mal schaffen, dass ich sie mindestens genauso liebe und hasse, wie es Lorelai selbst tut.

5. Das Dragonfly Inn. Hallo?

Das kleine Hotel würde man heute als mit amerikanischem Interior überladenes Boutique-Hotel bezeichnen – und genauso heimelig fühlt es sich auch an. Alleine die Küche, wo immer eine Kanne Kaffee bereitsteht und Sookie Berge von frischen Zutaten anhäuft, wo es immer irgendwo brutzelt und immer irgendjemand gerade frische Muffins aus dem Ofen holt oder eine Suppe anrührt. Nicht auszudenken, wie es dort riecht. Und dann die Bibliothek, mit den vollen Bücherregalen, den schweren Möbeln und Kaminfeuer – wenn Lorelai dort sitzt, um ein Interview zu geben oder die Charakterbeschreibung für Luke verfasst, bin ich jedes Mal ein bisschen neidisch.

6. Die Mutter-Tochter-Beziehung und ihre Gespräche

 
Was soll man dazu noch sagen? Das Drehbuch einer Folge umfasst um die 75 Seiten, die Drehbücher anderer Serien schwanken zwischen 40-50. Dialoglastig ist Gilmore Girls allemal, noch dazu sind vor allem die extrem lustigen Wortspiele und Insiderwitze zwischen den beiden Hauptdarstellerinnen der vielleicht wichtigste Punkt in Sachen GG-Liebe. Was ich mir immer wieder denke ist: Wer so eine Mutter wie Lorelai hat, kann sie nur als Freundin sehen. Die Gradwanderung zwischen Freundschaft und der Rollenverteilung Mutter-Tochter und wie beide manchmal gar nicht damit klarkommen, ist meiner Meinung nach ganz toll in die Dialoge und Ereignisse verwebt.

7. Büchern und Filmen wird nirgendwo sonst so viel Platz gewidmet.

Zuhause zu sein, auf dem Sofa, eingemummelt in eine Decke – da fehlt nur ein gutes Buch oder ein guter Film. Da Rory ein absoluter Buchnerd ist und ihre Mutter mindestens genauso viel über Filmklassiker weiß, ist eine Sache klar: Büchern und Filmen, vor allem Klassikern, wird extrem viel Raum gewidmet (verlinkt ist eine Liste zu den erwähnten Büchern), Und natürlich treffen sie dabei immer den richtigen Ton – beispielsweise bei den Filmregeln, die immer zu beachten sind, der großen Liebe für Casablanca oder, wie Lorelai sich über „Snakes on a plane“ aufregt.

8. Die Männergeschichten und die Frage #teamlogan oder #teamjess?

Bei einer Sache sind sich fast alle Fans einig: #teamdean, das existiert so gut wie gar nicht. Er war vielleicht ein passabler erster Freund, doch das war’s dann auch. Viel spannender wird daraufhin Rorys Liebesleben, das ziemlich nachvollziehbar verläuft: Vom netten Nachbarsjungen (Dean) zum intelligenten Bad Boy (Jess). Doch dann kam Logan und auch da sind sich fast alle einig: Obwohl er so Störfaktoren mit sich bringt, ist er einige Jahre der Richtige an ihrer Seite – warum er sich trennen musste, weil sie sich zu jung zum Heiraten fühlte, habe ich bis heute nicht verstanden. Lorelais Männergeschichten sind lange nicht so schnell zusammenzufassen, aber nach Max, Christopher und den vielen kurzen Tête-à-Têtes war von Anfang an eine Sache klar: Es ist und bleibt Luke. Oder?

 
 

9. Luke’s.

Es hängt ein No-Cellphone-Schild an der Wand und auch wenn es heutzutage heißt, home is where the wifi connects immediately, versprüht Luke’s Dinner den Inbegriff von Nachhausekommen. Übrigens bin ich gespannt, ob das in den neuen Folgen noch dort hängen wird. Außerdem gibt es immer ein Plätzchen, Kirk ist auch jedes Mal mit dabei und berichtet von seinem neuen Job, Luke weiß immer, was Rory und Lorelai bestellen möchten (abseits von Kaffee versteht sich), er ist mit seiner grummeligen Art der wahrscheinlich netteste Kerl überhaupt und mit den riesigen Fenstern macht vor allem eine Sache unglaublich viel Spaß: Rausgucken und die Leute beobachten. Außerdem: Viele der wirklich wichtigen Szenen spielen in diesem Diner. Vor allem auch die Allerallerletzte… die es ab dem 25. November Gott sei Dank nicht mehr sein wird!

Bleibt nur noch eine Sache übrig, die gesagt werden muss …

 

… und das ist das Beste, was dir passieren kann!

 

gilmoregirls_anidenkt2

 

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5 comments

  • ICH FREUE MICH SO!

    Mit dem Post hier sogar noch mehr. Aaaahhh….

    Nur fürs Protokoll: Unser Hund heißt Sookie. Da ist alles gesagt, oder? 🙂

  • Ich bin auch solo gespannt. Gerade nochmal die letzten Staffeln durchgeschaut. Auf jeden Fall #teamlogan, aber warum er sich da trennen musste, da gehts mir wie dir.

    • Das ist echt ein spannendes Thema. An sich fand ich es für den Plot wichtig, dass sie sich trennen, andererseits wurde es so unglaublich unnachvollziehbar gelöst. Wusstest du, dass die letzte Staffel gar nicht von Amy Sherman-Palladino geschrieben wurde und die auch mal meinte dazu, dass sie die Staffel zwar toll findet, alles jedoch anders gelöst hätte? Ich finde, das merkt man. Beispielsweise auch mit Christopher und Lorelai und die Paris-Aktion. War alles irgendwie seltsam. Naja – bleibt spannend! 🙂

  • […] funktionieren für richtig gute Laune und das Du-bist-nicht-alleine-Gefühl natürlich auch die Gilmore Girls. Schon immer und für […]

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