Der Morgen: Ein Liebesbrief an die Routine.

Ich liebe den Morgen, ich liebe ihn überall auf der Welt. Er gibt mir das Gefühl, das, was ich beeinflussen möchte, wirklich beeinflussen zu können. Den Tag so zu gestalten, wie ich ihn mir wünsche. Morgens befinde ich mich für ein paar Minuten in einer stillen Blase, die mich richtig glücklich macht.

Leider gibt es da ein winziges Problem bei der Sache. Ich bin kein Frühaufsteher. Da kann ich noch zehn mal lesen, dass erfolgreiche Menschen vor Sonnenaufgang schon wach sind, ach was, vor Sonnenaufgang bereits einen ganzen Tag erlebt haben – ich tue mir schwer damit, früh aufzustehen. Denn ich brauche generell viel Schlaf. Und jeden Abend um neun Uhr ins Bett zu gehen ist für mich keine langfristige Option (auch wenn ich das durchaus manchmal mache).

Im Sommer geht das besser. Und wenn der Jetlag anklopft. Als ich im November aus Bali zurückgekommen bin, war ich jeden Morgen spätestens um halb 6 wach und fit. Draußen war es kalt und still, drinnen war es fast schon magisch. Vier Tage lang ging das, dann kam der Schlaf zurück. Schade eigentlich.

Deshalb habe ich zumindest angefangen, mir eine Morgenroutine aufzubauen. Um also nicht schon im Bett durch Newsflashs und Social-Media-Kanäle geworfen zu werden, habe ich mir einen Ablauf antrainiert.
Und mich würde unglaublich interessieren, wie Ihr das morgens macht.


1. Die Positiven Affirmationen

Sobald ich spüre, dass ich tatsächlich wach bin und nicht Gefahr laufe, wieder einzuschlafen, schließe ich nochmal die Augen. Und gehe meinen Tag in positiver Form durch. Anders gesagt: Ich affirmiere. DariaDaria hat dazu übrigens einen sehr schönen Artikel geschrieben.
Das heißt, dass ich kurze, prägnante und für mich besonders wichtige Dinge positiv formuliere und auf lange Sicht verinnerliche. Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach. Zum Beispiel: „Ich bin erfolgreich in allem, was ich tue.“
Wem das zu spirituell ist, dem kann ich sagen: Kopf ausschalten. Das Denken wieder bewusst selbst zu übernehmen und positiv zu beeinflussen, ist lediglich die Gegenbewegung dessen, was wir mindestens ein Mal pro Minute tun: Zweifeln, Sorgen machen, Angst haben, Befürchtungen selbst schüren. Und das sogar unabhängig von allem, was uns zusätzlich von außen beeinflusst.

Zum Nachlesen: Das große Buch der Affirmationen

2. Der ayurvedische Zungenreiniger

Ich glaube, ich bin auf den Zungenschaber gestoßen, als ich meinen ersten Yogakurs vor einigen Jahren gemacht habe. Es gab ein Modul, das aus der ayurvedischen Lehre heraus gezeigt hat, welche Formen der Körperhygiene es gibt. Beispielsweise auch die Nasendusche. Den Zungenreiniger nutze ich als Erstes am Morgen, um Ablagerungen auf der Zunge zu entfernen, und ich kann dieses kurze Ritual nur empfehlen.

3. Ein Glas warmes Wasser

Ganz wichtig: Natürlich vor dem Kaffee, Tee oder allem anderen. Ich habe mal gelesen, dass das Glas Wasser am Morgen wie die Dusche für das Innere des Körpers wirkt. Und genau so fühlt es sich auch an. Warm, am besten heiß sollte es sein, da der Körper viel Energie aufwenden muss, um kalte Flüssigkeiten auf Körpertemperatur zu erwärmen. Somit raubt man ihm am Morgen nicht allzu viel Kraft. Gerade im Winter mag ich warmes Wasser sowieso viel lieber.

4. Die schöne Atmosphäre

Das kann (fast) alles sein. Wichtig ist aber für mich, es achtsam zu tun. Heißt: Nicht hinsetzen, schnell was essen und nebenbei durch die Timeline scrollen, dafür gibt es noch so viel Zeit untertags. Sondern eine schöne Atmosphäre schaffen. Ich mache mir einen frischen Kaffee und lese Artikel, für die ich am Morgen die nötige Konzentration aufwenden kann. Zum Beispiel The Travel Episodes, längere Texte aus dem Zeit Magazin oder Blogartikel von Kolleginnen und Kollegen, die bereits fleißig waren. Man kann auch Yoga machen, meditieren oder in Ruhe frühstücken. Alles ist erlaubt, wie ich finde, sofern es wirklich erfüllt und in Ruhe getan wird. Und, naja, ansatzweise gesund ist.


Der Morgen ist etwas ganz besonderes. Wer ihn zu schätzen weiß, kann – so glaube ich zumindest – den ganzen Tag positiv beeinflussen. Vor allem an Tagen im Winter, wo es kaum hell wird und noch dazu kalt ist, ist mir meine Morgenroutine wichtig. Die Welt ist nicht ganz so federleicht wie im Sommer, dafür aber mystischer, heimeliger. Und das eben vor allem am Morgen.

Liebt Ihr den Morgen genauso wie ich?

(Titelbild: Maximilian Heinrich, analog im Café, www.maxplusone.net;
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Hier funktioniert leider der Zähler nicht. Der Artikel wurde bisher 300 mal gelesen, vielen Dank!

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12 comments

  • Da ich nun schon einmal wach bin…
    Das Problem kenne ich. Seit einigen Monaten versuche ich, früher aufzustehen. Mal klappts besser, mal schlechter. Wahrscheinlich kann man sich das irgendwie angewöhnen. Und mit einer Morgenroutine experimentiere ich auch rum, hab aber noch nichts gefunden, was ich wirklich regelmäßig mache. Ich trinke übrigens kaltes Wasser. Durch die Energie, die der Körper aufwenden muss, wird man auch wach, nicht ayurvedisch, aber es funktioniert.
    Ich finde auch die Idee eines Morgenbuches schön, also ein Buch, in dem ich jeden Morgen 30min lese und wenn ich durch bin gibts ein neues. Das hab ich aber noch nicht umgesetzt.
    Und dann ist da ja noch der Kaffee. Lecker, gutriechend und schlicht schön macht er auch noch wach. Aber die Angewohntheit hemmt eben auch, dass man von alleine wach wird. Das fällt mir auf, wenn ich mal über ein paar Wochen morgens keinen Kaffee trinke. Zur Gewohnheit wird der Kaffeeverzicht aber glaub ich eher nicht…
    Den Morgen lieb ich dabei ganz genauso, die Morgenstimmung draußen, gerade jetzt im Winter, wenn die Morgensonne die rote Backsteinkirche vor dem Fenster noch röter macht, und das gute Gefühl, den Tag in Ruhe und erstmal ohne Zeitdruck zu starten.
    Schöner Text! Danke und einen guten Morgen.

    • Sehr schön beschrieben. Das ist doch der Vorteil am Winter – man bekommt den Sonnenaufgang immer mit 🙂
      Danke!

  • Das mit den positiven Gedanken am Morgen im Bett übe ich noch. Was ich mir schon angewöhnt habe: erst mal räkeln wie eine Katze. Dann an den Bettrand setzen und den ganzen Körper berühren. Das tut sooo gut!
    Statt Zungenreiniger praktiziere ich Ölziehen. Und das mit dem warmem Wasser genau wie du.
    Am schönsten ist es, wenn ich erste Arbeiten noch im Morgenmantel oder ähnlichen Hausklamotten machen kann – das gibt mir ein Gefühl von Freiheit.
    Alternativ gehe ich auch gerne als erstes raus an die frische Luft – und dann in die Morgenroutine.
    Hauptsache, der Tag beginnt in der Ruhe, in der die Kraft liegt.

    • Ölziehen probiere ich nun auch aus, das haben mir schon so viele geraten, die darauf schwören 🙂

  • Ich bin wirklich kein Morgenmensch, wäre es aber so gerne. Immer wenn ich es schaffe morgens etwas Zeit zu haben, geniesse ich es immens. In Berlin hatte ich eigentlich eine sehr dedizierte Morgenroutine – auch weil ich immer vor meiner Mitbewohnerin im Bad war und dann gewartet habe, bis wir uns auf den Weg zur Arbeit machen. Mit dem Kater hatte ich ja die Hoffnung, dass er mich aufweckt und dann spielen mag und mich zum Aufstehen drängt – Pustekuchen, der will nur kuscheln und schläft dann neben meinem Kopf selig ein. So wird es noch schwerer überhaupt aus dem Bett zu kommen. Aber: mein Plan für 2017 ist es meinen Körper wieder langsam aber sicher fit zu bekommen. Und da wird der Morgen eine grosse Rollen spielen. Insofern finde ich seine Tipps wirklich toll. Danke dafür.

    Meine Berliner Morgenroutine kann man übrigens hier nachlesen: https://katrinhuth.de/blog/2012/11/morning-routines/

  • Apropos „Dann an den Bettrand setzen und den ganzen Körper berühren“:
    Mich macht das wach wie andere der Kaffee – und „schmeckt“ viel besser 🙂
    Nicht nur morgens: https://www.koerperfreuden.com/beruehrung-ist-mein-koffein/

    Danke Dir, Anika, für die schönen Anregungen – bin gespannt, wie dir das Ölziehen zusagt.

  • […] Prosatext gibt, dann eine Reiseerzählung, dazwischen meine geliebten Listen und etwas aus der Schatztruhe. Ich hoffe, diese Abwechslung wird euch […]

  • Liebe Ani,
    toller Text, ich nur zustimmen! Morgen ist meine absolute Lieblingszeit; wenn der entspannt ist, wird der Tag auch gut!
    Was ich dir zu deinem Zungenreiniger noch empfehlen kann: Ölziehen. Klingt etwas komisch, kostet ein wenig Überwindung, aber nachdem mein Yogalehrer und mein Zahnarzt das unabhängig voneinander empfohlen haben, habe ich es probiert. Und bin schon den ganzen Herbst und Winter bumperl gsund 🙂
    Alles Liebe
    Anna

    • Liebe Anna,

      hab vielen Dank für deinen lieben Kommentar!
      Ja, Ölziehen kenne ich schon länger und nachdem du nicht die Erste bist, die mir das hier empfohlen hat, habe ich es ebenfalls ausprobiert. Mit Kokosöl klappt es auch ganz gut 🙂
      Liebe Grüße!
      Ani

      • Uuups… ein paar Minuten mehr Zeit nehmen und vorherige Kommentare lesen wäre wohl sinnvoll ^^‘
        Aber dann scheint es wohl echt ein guter Tipp zu sein. Respekt, dass du das mit Kokosöl machst… Da das ja erstmal fest ist, war mir das doch zu komisch.
        Viel Erfolg mit deiner neuen Routine 🙂

        • Das wird aber sehr schnell flüssig im Mund. Mit welchem Öl machst du es? Distelöl war mir ne Nummer zu hart für den Anfang, wenn man es so lange im Mund hat, sollte es ansatzweise lecker sein finde ich 🙂

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