Eine Reise zum Ich im Posthotel Achenkirch

Spätestens im Januar packt mich der Winterblues. Gefühlt jeder, der in meiner Social Media-Blase sitzt, fliegt dann nämlich nach Bali oder Südafrika – ich aber nicht, und das dieses Jahr auch bewusst. Um meinen ökologischen Fußbabdruck etwas zu mildern, blieb ich zuhause. Und verbrachte ein umwerfendes Wochenende im Posthotel am Achensee.

Abenteuer Ich steht in der hochwertigen Hotelbroschüre, daneben ist eine Frau im Bademantel zu sehen, ihr Kopf steckt in einem Globus: weil die Reise zu uns selbst im Kopf beginnt, denn vor allem der muss klar werden, um überhaupt im Körper anzukommen. Die perfekt durchdachte Philosophie des Posthotels Achenkirch spiegelt sich in der ganzen Anlage wieder.

Hundert Jahre gibt es das Posthotel Achenkirch bereits, doch erst mit der Familie Reiter im Jahr 1975 zogen die Gedanken der Entschleunigung und Achtsamkeit mit in die Räumlichkeiten ein – und heute, in vierter Generation, entspricht das Resort und SPA vor allem den Erholungs-Ansprüchen gestresster Großstädter.
Die Reise zum Ich hat also bereits vor Jahrzehnten begonnen, in Kombination mit biologisch und regional bezogenem Essen, der tiroler Höhenluft und dem Blick auf die Gebirgsketten setzt sich ein Wohlfühlmosaik zusammen, das es nicht überall zu finden gibt. Kleinigkeiten wie die Tatsache, dass es im ganzen Hotel Brunnen gibt, aus denen gesundes Quellwasser zum Trinken fließt, gefielen mir besonders gut. Ein Streifzug durch eine der größten Hotelanlagen, die ich kenne.


Die Zimmer

In mein Zimmer und vor allem in den riesigen Lesesessel habe ich mich sofort verliebt.

 

Mein Zimmer im Landhausstil mit Naturmaterialien und Tiroler Elementen hat mir unglaublich gut gefallen. Schlicht und trotzdem elegant, mit einem Sessel am Fenster, der die Einrichtungsträume von Leseratten wahr werden lässt. Ich saß gerne hier und beobachtete den Wechsel des Wetters über das Wochenende hinweg – Sonnenschein, Schneesturm, dichter Nebel – las dabei und entspannte vollkommen.

Mein Ausblick vom Zimmer auf die Hotelanlage.
Die wunderschönen Suiten im Loft-Design wurden erst vor ein paar Wochen eröffnet.
Im Bett liegen mit Blick nach draußen auf den riesigen Balkon – wunderschön, oder?

Es gibt verschiedene Zimmerkategorien, sodass für jeden Geldbeutel etwas dabei ist. Über die Standardzimmer hin zu den Landhaussuiten bis zu den Themenbereichen (das Weltenbummler-Zimmer!) hin zu luxuriösen Suiten ist alles dabei und vor allem auch für jeden Geschmack.

  • Meine Highlights im Landhauszimmer: Die Bose-Anlage, an der man sein Handy anschließen und eigene Musik hören kann sowie das richtig große Bad mit (!) Badewanne.

Wellness, SPA und Sport

Auf 7000 Quadratmeter breitet sich die Wasser- und Saunawelt aus, dabei zählt der SPA-Bereich noch gar nicht dazu.  Verschiedene Wasser-, Wärme- und Ruhezohen, innen wie außen, greifen ineinander und ich konnte spätestens beim zelebrierten Aufguss in der Blocksauna mit Kaffeepeeling nicht nur verstehen, sondern fühlen, warum dieses Hotel vielmehr ist als seine fünf Sterne. Vor allem jedoch wurde mir das im Versunkenen Tempel bewusst, der zum Saunabereich gehört, allerdings insgesamt acht Meter unter der Erde liegt – und genauso geheimnisvoll auch ist.

Und am Abend leuchtet der Sternenhimmel.
(c) Posthotel Achenkirch Mein Lieblingsdampfbad: die Solegrotte im „Versunkenen Tempel“, acht Meter unter der Erde.
(c) Posthotel Achenkirch: Ein Traum von einem Ruheraum – der Dom der Stille mit Lichtinstallation, Wasserbetten und Feuerschale.

Satte Farben, ein tolles Konzept, meditative Ruhe, wunderschöne Dampfbäder und ein Ruheraum, der alle vorher gesehenen in den Schatten stellt: Der Dom der Stille im Versunkenen Tempel ist ein sehr besonderer Rückzugsort, in dem ich nicht nur die Außenwelt vergessen habe, weil er sich tatsächlich unter der Erde befindet, sondern, weil es wirklich möglich ist, hier ganz bei sich selbst anzukommen, auch wenn andere Gäste ebenfalls dort entspannen. Ich habe selten eine so friedliche Atmosphäre unter so vielen Menschen erlebt wie hier – niemand hat den anderen gestört, jeder entspannte für sich. Selbst während ich diesen Text in meiner Wohnung in München schreibe, fühle ich die Ruhe dieses Ortes und wünsche mich wieder zurück dorthin.

(c) Posthotel Achenkirch Der Ruheraum im SPA-Bereich mit Kamin und Betten zum Ausruhen.
Das Zöhrer Haus mit seinen verschiedenen Räumen. Yoga-Feeling pur!

 

Wer es aktiver mag, als den ganzen die verschiedenen Saunen und Dampfbäder auszuprobieren und in den schönen Ruhezonen hinter einem Buch zu verschwinden, kann sich in einem wirklich modernen Fitnessraum austoben oder dem SPA-Bereich einen Besuch abstatten. Im Posthotel praktizierende TCM-Ärzte (TCM = Traditionelle chinesische Medizin) bieten nicht nur Tai Chi und Qi Gong an, sondern auch Akupunktur, Akupressur sowie die Tuina Massage, die energetische Blockaden löst.

In einem alten Tiroler Bauernhaus, dem Zöhrer Haus, gibt es außerdem den wirklich tollen Dojo-Raum zu bewundern, den man entweder ganz für sich alleine nutzen kann, oder für Yoga-Retreats, Workshops, Meditationen und andere Gruppenkurse vorbeikommt – sogar ein Shaolin-Mönch ist vor Ort.

  • Meine Highlights im Wellness- und SPA-Bereich: Das Kraftritual, das ich vorab gebucht hatte, und der Dom der Stille.

 

Das Restaurant

Nur ein kleiner Teil des Frühstücksbuffetts: Die Früchte-Auswahl für die Müslis und das Ayurveda-Frühstück.

 

Kommen wir zu dem vielleicht wichtigsten Punkt, zumindest für mich: Essen. Das Angebot ist so riesig wie vielfältig, erst am zweiten Morgen habe ich beispielsweise die große Holzkiste mit Karotten entdeckt, die neben den Saftpressen stand. Neben frischen Pancakes, Ei-Variationen und den üblichen Verdächtigen wie Speck, Bauernbrote, Aufstriche, Käseplatten und Co. zog mich vor allem das Angebot an frischen Früchten und verschiedenen Müslisorten an. Wer am Abend beim Menü nicht widerstehen konnte, dem wird es beim Frühstück zwar auch schwer fallen, aber die Möglichkeit besteht, einen gesunden und leichteren Weg zu wählen, beispielsweise eben mit glutenfreiem Essen, den Früchten oder einem Porridge nach TCM.

Mittags wartet mit Salaten, Suppe und verschiedenen Kuchen ein Lunch, für den ich aus reiner Lust am Essen ein Hungergefühl entwickeln konnte und am Abend stürzte ich mich ins kulinarische Grande Finale. Zwei Menügänge gab es zur Auswahl, eins mit Fleisch- und Fischoptionen, und ein vegan-vegetarisches, für das ich mich, weil ich kein Fleisch esse, entschied. Und das war nicht nur aus gesundheitlichen Gründen die bessere Wahl, sondern auch, weil es leicht und bekömmlich trotz der fünf Gänge war und ich somit auf die frisch flambierte Crème brûlée am Nachtischbuffet nicht verzichten musste.

  • Mein Highlight beim Essen: Dass meine Liebe zu richtig schweren Rotweinen einen Namen bekam – ‚Mordor‘, ein Wein, so tief und dunkel, wie der imaginäre Ort aus Tolkiens Feder selbst.
Dessert-Verführung par excellence!

Die Umgebung

Das Posthotel liegt in Achenkirch, nur fünf Autominuten vom größten See Tirols, dem Achensee, entfernt. Viele Gäste kommen vor allem aufgrund des in der Nähe liegenden Naturschutzgebietes Karwendel, im Winter zum Skifahren, im Sommer für Mountainbiketouren oder zum Wandern. Das Hotel selbst bietet zum Beispiel Sonnenaufgangs- und Kräuterwanderungen an, mit dem angeschlossenen Lipizzaner-Gestüt kann jeder Gast, egal, ob Anfänger oder Reitprofi, im Winter durch den Tiefschnee oder im Sommer auf satten Wiesen ausreiten – um nur ein paar Angebote zu nennen, die nebem dem angeschlossenen Golfplatz bestehen.

Der Ausblick auf Achenkirch aus der oben fotografierten, ganz neuen Suite im Loft-Look.

Mit dem hauseigenen Tesla kann jeder Hotelgast eine Spritztour machen.
Der Achensee ist Tirols größter See und wirklich traumhaft schön.

Ich hörte, dass das Hotel jeden Wunsch erfüllt, bezweifelte das und wurde eines Besseren belehrt. Im Laufe der letzten Jahre habe ich viele Hotels besuchen dürfen, oftmals interessante Konzepte bestaunt, manchmal jedoch fehlte das gewisse Etwas. Eine ganzheitliche Philosophie, ein authentisch-freundliches Ambiente oder eine kluge Idee, die sich auf verschiedenen Säulen steht, sodass jeder Gast sein persönliches Stück vom Glück erleben kann. Im Posthotel Achenkirch habe ich das alles gefunden und das wiederum ließ mich nachhaltig beeindruckt abreisen.

  • Mein Highlight bei der Abreise: Dass am Abend zuvor an meinem Zimmer geklopft wurde und mir mit Augenzwinkern eine Packung Taschentücher überreicht wurde. Das muss man sich erstmal ausdenken.

Weitere Infos:

  • Anreise: Mit dem Auto nach Achenkirch fahren, eine Tiefgarage (gratis) ist angeschlossen. Mit der Bahn nach Jenbach fahren, dort wird man mit dem Hotelshuttle abgeholt. Mit dem Flugzeug nach Innsbruck fliegen, Abholung auf Anfrage.
  • Zimmer: ab 139,00 Euro / Nacht inkl. 3/4 Pension (Frühstück, Jause, Dinner)
  • Bis zum 08. Mai ist der Shaolin Mönch Liang vor Ort, der nicht nur Kung Fu beherrscht, sondern vor allem sein Wissen als Zen-Meister an die Gäste weitergibt
  • Das angesprochene Kraftritual, das ich für meinen Ankunftstag gebucht habe, gibt es ab 81 Euro und ist mehr als zu empfehlen
  • Wissenswertes: Das Posthotel ist ein Erwachsenen-Hotel (Jugendliche ab 14 Jahren)

Offenlegung: Vielen Dank an das Posthotel für die Einladung. Meine Meinung bleibt davon unberührt.
Copyright Titelbild: Posthotel Achenkirch

One comment

  • Wow, das sind echt beeindruckende Bilder von der Winterlandschaft! Die Kombination aus schroffen Bergen auf der einen Seite und dem Wellnesshotel auf der anderen ist echt sehr verlockend 🙂

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