LieblingeSchatztruheTexte

Ich liebe den Morgen, ich liebe ihn überall auf der Welt. Er gibt mir das Gefühl, das, was ich beeinflussen möchte, wirklich beeinflussen zu können. Den Tag so zu gestalten, wie ich ihn mir wünsche. Morgens befinde ich mich für ein paar Minuten in einer stillen Blase, die mich richtig glücklich macht.

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#KaffeesätzeTexte

[Gina und ich sind beide große Fans von Kaffeekränzchen mit Sojamilch und Schoki. Deswegen gibt es ab jetzt unsere #Kaffeesätze: Wenn eine von uns etwas beschäftigt und unbedingt über eine Angelegenheit ihren Senf dazu geben möchte, dann tut sie das. Die Andere zieht nach, ob sie will oder nicht. Und trinkt dabei genüsslich ein Käffchen. Wir sprechen uns weder ab, noch wissen wir, welches Thema auf uns zukommt. Das Resultat sollen zwei kleine Kolumnen sein, auf die sowohl Leser als auch wir selbst gespannt sind. Unter dem Hashtag könnt ihr uns finden und mit diskutieren.]

 

Ani erzählt:

 

anidenkt
Leider bin ich gerade nicht an diesem Ort, aber ich war mal da und die rechte Kaffeetasse war meine. Alicante Hafen, Spanien.

 

Ich habe ein paar wirklich harte Wochen hinter mir, um ehrlich zu sein. Aber derzeit dreht sich das Blatt gewaltig und allein daran merke ich, wie der Phönix in mir aus der Asche steigt. Um es mal anhand der letzten Woche zu verdeutlichen:
Ich bin durch ein absolutes Bauchgefühl und so kostengünstig an Rosie, mein neuestes Herzstück gekommen, dass ich nur noch vor mich hin schmunzeln kann. Außerdem hat der Postbote mit neuen Nikes geklingelt – die Sneakers, die ich seit einem halben Jahr suche und nicht mal in New York finden sollte.

Ich habe auf einmal wieder Inspiration für 10, nach einer Durststrecke, die nicht mal genügend Stoff für eine Person liefern konnte. Ich habe eine wunderschöne E-Mail eines Lesers bekommen, die meine Zweifel an meiner Arbeit im Keim erstickt. Und um dem Ganzen sein Krönchen aufzusetzen, hole ich in ein paar Tagen den Anderen am Flughafen hab, nach fünf Monaten, in denen er knapp 10.000 Kilometer weit weg war, während ich in der Zukunft lebte und in die Vergangenheit telefonierte.

Alles in allem eine tolle Bilanz für eine Woche, oder? Das Glück küsst mich nicht nur, es knutscht mich gerade nieder. All diese fabelhaften Umstände, Begegnungen und Geschenke katapultierten mich von einer Gefühlshölle in den rosaroten Himmel und auf einmal stehen da wieder frische Blumen auf dem Tisch und die Sonne scheint mir nicht nur am Morgen ins Gesicht, nein, sie durchflutet mich und ich bin glück.lich.

Das Glück, ja, keine Ahnung, was das eigentlich ist. Der Begriff ist so groß und wird so oft verwendet, so trivial manchmal, dass wir doch letztlich keine Ahnung mehr haben, was die wahre Glückseligkeit ausmacht. Oder? Spirituell betrachtet ist man nur glücklich, wenn man sich von den Umständen befreit und aus freien Stücken beschließen kann, glücklich zu sein. Daran glaube ich zu 100 Prozent, leider hapert es an der Umsetzung.
Ich finde, es ist gefährlich, sein Glück nur von anderen und anderem abhängig zu machen und ich sehe tagtäglich Menschen, die das tun und am Ende immer fallen. Das ist etwas, was ich selbst kenne, aber einfach nicht mehr möchte.

Ein kluger Mensch hat mal gesagt: Willst du glücklich sein, dann sei es.

Es klingt so simpel und so schön, dass wir uns selbst doch eigentlich verpflichtet sind, es zumindest ununterbrochen zu versuchen. There’s no harm in trying, eh?

 

Gina erzählt:

Neue Wohnung, neue Küche: Kaffee und Oreos bei Gina.
Neue Wohnung, neue Küche: Kaffee und Oreos bei Gina.

 

Es geht mir gut, sagt er, aber ich weiß, dass es nicht stimmt. Glück, das sei doch so ein großer Begriff, und überhaupt, der Alltag lässt wenig Zeit für weltumarmendes Himmerhochjauchzen. Wenn der Himmel grau ist, und die Straßen auch, und man nicht weiß, wo einem der Kopf steht vor lauter Stress, dann scheint das nicht die Zeit zu sein und vielleicht auch nicht der Ort. Er sagt: Morgen, morgen. Er tut mir leid.

Glück, dieser ominöse Punkt in der Zukunft, an den man irgendwann sicherlich kommen wird, wenn man endlich dieses erreicht hat oder sich jener Wunsch erfüllt. Glück als das große Ziel im Leben, dem fast jeder Mensch nachjagt, und das doch die wenigsten finden. Auch ich will glücklich sein, na klar, ist ja auch schön, wenn die Beziehung stimmt und die Finanzen, man Reisen kann und liebe Menschen um sich gescharrt hat. Oder was sonst macht das Glück aus?

Und doch ist es ja häufig wie du sagst, liebe Ani, manche Menschen haben augenscheinlich alles und finden einfach keine Zufriedenheit darin. Auch ich bin früher so oft verloren gegangen zwischen Alltagsstress und Zukunftsbauchschmerzen, die mir das doch eigentlich sehr angenehme Präsenz verleideten. Ich wandelte durch eine der schönsten Städte der Welt, und war irgendwann fast blind für die romantischen Gässchen und das Meer, weil ich so in meiner Gedankenwelt versunken war. Es stimmt also wirklich, das Finden von Glück, das ist überhaupt nicht abhängig von äußeren Faktoren, zumindest so lange man weiß wo man nachts schläft und wo die nächste Mahlzeit herkommt.

„Yesterday is history, tomorrow is a mystery“ – wo wir schon einmal beim Spirituellen sind. Das ist doch die Quintessenz von Eckhardt Tolles Buch „The Power of Now“. Lebe im Hier und Jetzt. Das Glück, die Summe von all den kleinen bewusst gesammelten Momenten, das kommt dann von ganz allein. Also, hoffentlich.

Ich übe grade noch.

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Vorabinfo: Das Campo Amor ist hier zu finden.Von Medellín aus gelangt man in einer knapp zweistündigen Autofahrt über Fredonia zur Kaffeeplantage.
Wer in der Region von Bogotá ist, kann via Get Your Guide eine private Kaffeeplantagentour buchen. Hier gibt es alle Infos.


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