Als Kind bin ich sehr oft mit meinen Eltern in die Türkei gereist. Viele Erinnerungen sind mittlerweile verschwommen, doch eine trage ich nicht nur im Köpfchen, sondern vor allem im Herzen: Die Erinnerung an einen Segelurlaub. Eine Woche Schippern von Fethiye nach Marmaris, dazwischen ein paar einsame Buchten. Ich muss wohl nicht weit ausholen, um begreiflich zu machen, dass es ein Traumurlaub war. Wasser auf der Haut spüren, Salz in den Haaren riechen, frisch zubereitetes, türkisches Essen schlemmen, Freiheitsliebe ins Gesicht malen, an Deck schlafen unter einer warmen Sternendecke - und Hassan, der Schiffsjunge. Hach ja.

Hassan, der war braun gebrannt, durchtrainiert und mit einem schwarzen Wuschelkopf gesegnet. Ein Bilderbuch Jungchen, zum Verlieben, natürlich. Ich glaube, dass ich schon im vorpubertären Alter, damals, auf diesem Schiff, mein Herz in der Türkei gelassen hatte, Jahre bevor ich Deniz überhaupt kennengelernt habe.

Morgens, als ich immer frisch und ausgeschlafen aus meiner Koje stieg, blickte ich an Deck in das zwischen leichenblass und grün-gelbstichig gefärbte Gesicht meiner Mutter. Sie war nicht wirklich seefest, das war nach diesem Urlaub klar, und danach folgte kein weiterer auf hoher See mit der ganzen Familie. Wenn ich jetzt so daran denke, dann ist das für einen Moment wirklich schade.
Nach dem Aufstehen gab es täglich ein sagenhaftes Frühstück, danach Anlegen in ruhigen Buchten, Schnorcheln in eiskaltem Wasser und dabei heroische Dinge tun, wie beispielsweise das Entdecken vergilbter Schätze auf dem Meeresgrund, gut 20 Meter unter meinen Paddelfüßen.

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segelschiff_tuerkeiEines Tages, nach genau so einem Schwimmausflug, stieg ich die glitschigen Metallstufen zurück an Deck und verlor dabei einen meiner blauen Plastikschuhe. Ich glaube, ich war darüber nicht besonders betrübt gewesen, doch da sprang Hassan schon kopfüber ins Wasser und tauchte für längere Zeit nicht mehr auf. Das Schiff war bereits in Gang gesetzt worden und niemanden störte es, dass der weltschönste Schiffsjunge von Bord gegangen war. Ich fieberte um sein Leben und durchbohrte die Wasseroberfläche mit meinen ängstlichen Blicken - bis er schließlich auftauchte, meinen Schuh in der Hand, und - wie sollte es anders sein - das langsam in Fahrt kommende Schiff einholte. Er zog sich die Leiter hoch, als wäre es ein Leichtes gewesen, drückte mir den Schuh in die Hände und lies mich mit offenem Mund dastehen, wie bestellt und nicht abgeholt, allerdings immens beeindruckt.

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Die Tage schipperten dahin, einer schöner als der andere. Schlafen, essen, baden und mit Papa musizieren, der uns jeden Tag mit seiner Gitarre unterhielt. Diese Kindertage können so schön sein. Deswegen war mein Höhepunkt des Urlaubs nicht die Rettung meines Schuhs, sondern die Nächte an Deck, gebettet auf weichen Matratzen, mit dem Blick in den Sternenhimmel.

So etwas prägt, so etwas schließt man ins Herz, so etwas kann man immer hervorholen, wenn die Nächte grau und dunkel sind.

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Manchmal, da würde ich unglaublich gerne zurück auf dieses Schiff. Von mir aus zurück in dieses Alter, für ein paar Tage, einfach zeitreisen. Sorgenlos reisen und nicht zwischendurch immer wieder neue Unterkünfte und Zugverbindungen buchen müssen, sich um absolut nichts kümmern, sondern all die Gedanken mit dem Wellengang vorbeiziehen lassen. Und ihnen lediglich winken.
Darf man das als Reiseblogger überhaupt laut aussprechen? Dass Reisen manchmal anstrengend ist und ein kleiner Urlaub zwischendurch gar nicht so verkehrt? Ich mache es hiermit einfach mal: Kind sein is’ nich mehr, aber wer das unbeschwerte Gefühl zumindest ein stückweit zurückhaben möchte, der kann beispielsweise mit Alltours in die Türkei reisen und obendrauf sich auch so ein nettes Boot in Marmaris suchen, beispielsweise hier.

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Dieser Artikel ist in Kooperation mit Alltours entstanden.
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