Der Himmel ist mit grauen Wolken schwer behangen und das Meer vor meinem Fenster sieht ziemlich wütend aus. Zeit für eine erste Bilanz meiner Woche auf Kreta, nach diesen vorangegangenen heißen und fabelhaften Tagen.

Das, was ich mit am meisten am Urlaub liebe, ist, wenn man aus dem Flugzeug steigt und einem diese unverkennbar warme, mediterrane Luft ins Gesicht bläst. Obwohl ich letzten Freitag um 23h gelandet bin, war die Luft noch warm, die Steine und Gebäude auch. Ich habe mich sofort entspannt, konnte nur noch grinsen und spätestens als der Taxifahrer nichts verstand und uns viel zu viel Geld aus den Taschen zog, sagte ich mir: Yeah, das ist typisch Urlaub, ich bin wirklich hier!

Der Pool der Anlage Zorbas

Den ersten Anlaufpunkt, die Anlage Zorbas, hatte ich vorab gebucht, denn es war spät und der Flughafen von Chania liegt ein bisschen im Nirgendwo. Und da ich einen inneren Drang verspürte, den Urlaub mit einem Paukenschlag zu beginnen – bei einer Woche hat man nicht so viel Zeit, bis in den kleinsten Zeh in den Urlaubsmodus zu kriechen – checkten wir in einer Anlage mit Pool direkt am Strand an. Einchecken ist nun schwer übertrieben, denn ein seltsamer Rezeptionist zeigte uns nur kurz den Bungalow und lies uns dann alleine – keinen Pass, keine Unterschrift, nichts. Das war in Indien um einiges strenger, aber gut, mir soll’s Recht sein.

Ich hörte die Meeresgeräusche beim Einschlafen und beim Aufwachen. Vor mir das azurblaue Wasser, die Anlage gesäumt mit Palmen, ausgestattet mit einem wunderschönen Salzwasserpool und am Frühstücksbuffet eine bezaubernde Dame, die ständig lachte. Wer jetzt denkt, dass man dafür einiges hinblättern darf, der liegt komplett falsch. Zwar ist Griechenland immens überteuert, was die fixen Kosten bei Taxifahrten und teilweise auch das Essen angeht, Unterkünfte sind allerdings in Ordnung. Via airbnb.com hat uns jede Nacht pro Nase 20 Euro gekostet. Frühstück immer exklusive.

Nachdem wir unser Mietauto am Flughafen abgeholt hatten – ich kann an dieser Stelle von den Billigvermietern der Insel, hinter denen keine große Vermittlung steht, nur dringend abraten – ging es gen Osten. Erster Stop: Agia Pelagio. Eine süße, kleine Bucht, Ende September leider immer noch überschwemmt mit Touristen, allen voran: Russen

. Egal, ob man auf der Straße angesprochen wird man im Restaurant die Tischnachbarn reden hört – alles auf russisch. Auch die Karten. Komme mir wieder vor wie in Goa. Die Russen haben anscheinend nun auch das Reisen für sich entdeckt.

Altstadt von Chania

Eine Bucht weiter finde ich eine Traumunterkunft, das Spiros Soula. Für einen lächerlichen Preis wird ein süßes Zimmer im Landhausstil (ja!) geboten, mit Balkon und Traumblick über die ganze Bucht inklusive Poolanlage. Jackpot, hier jetzt bitte für immer oder so.

Spiros Soula
Pink!

Aber irgendwie habe ich Hummeln im Hintern, möchte so viel wie möglich von der immer größer scheinenden Insel sehen und wir fahren weiter gen Osten. Es muss nicht immer der weite Westen sein, oder?

Ich liebe Roadtrips. Fenster auf, Musik an, Hand lässig im Wind tänzeln. Salz in der Luft, Sonne auf der Haut, das Leben ist schön.

Wir kommen an in Agios Nikolaos, dem angeblich schönsten Ort der Insel. Süß ist er schon mal, direkt an einer sich windenden Bucht gebaut, macht er den Eindruck eines leicht heruntergekommenen, charmanten Hafenstädtchens.

Und hier sitze ich nun, schreibe den ersten Teil dieser Reise nieder und warte sehnlichst darauf, dass sich gegen Mittag die Sonne wieder zeigt. Ich will die kommenden Tage nämlich noch weiter, bis in den östlichsten Zipfel der Insel: an den Palmenstand von Vai.

Doch auch auf der schönen Insel Kreta stürzen die Temperaturen im Laufe der Woche auf milde 23 Grad und wir müssen feststellen: Der Sommer hat sich endgültig verabschiedet, sogar hier, wo die Sonne gestern noch brannte auf der goldbraun werdenden Haut.

Hafen von Agios Nikolaos
Hier hat auch der Hund seinen Briefkasten
awww. - Agia Pelagio.
mein Haus.
mwahahaa.

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