(wer nicht lesen mag, scrollt nach unten zum Gewinnspiel)
“Ich geh’ da nicht rauf.”
Das war der erste Satz, den ich dachte und dann auch aussprach, als ich gut 45 Meter in die Höhe blickte und am Ende meines Sichtfeldes, irgendwo da unterhalb der Baumkrone, eine Holzplattform erspähen konnte.
“Kannst du voll vergessen. Ich klettere da weder hoch, noch lass ich mich hochziehen.”
Irgendwie wollte ich da ja schon hoch. Ich konnte mir den Ausblick über den Regenwald kaum vorstellen aus einer Höhe von 45 Metern, aber ich dachte mir, dass er fantastisch sein müsste. Dass ich nun mal hier sei und mich das für immer ärgern oder zumindest irgendwo in meinem Körper pieken würde. Du warst da, aber nicht so richtig. Nicht mit Haut und Haar.
Für Deniz war das kein Problem. Generell ist für ihn sowieso nie irgendwas ein Problem. Dafür hat er mich. Ich bin die Nein-Sagerin, die Spaßverderberin, die, die zu Hause das mutigste Mädchen ist, mit Sack und Pack nach Kolumbien fliegt, aber steht sie dann im Regenwald, hat sie die Hosen voll. Natürlich würde diese Geschichte vollkommen anders erzählt werden, dachte ich mir.
Ich stand immer noch unten und schaute nach oben. Deniz ließ sich in einer Art Geschirr in die Baumkrone ziehen, während mir schlecht wurde, als ich ihm nur dabei zusah. Nach festem Halt sah das gar nicht aus.
Aber, wie das so ist mit dem Gruppenzwang, ließ ich mich überreden. Von den netten Herren, die mir kurz vorher aus Lianenblättern eine kleine Umhängetasche gebastelt hatten. Ich konnte hier einfach nicht nein sagen. Und während sie mir das Geschirr umlegten, drehte sich alles, meine Hände wurden schweißnass, und sie war präsenter als jemals zuvor: Meine Höhenangst.
Ich kniff die Augen zusammen, als der Flaschenzug griff. Nein, ich schau da nicht hin. Die Gurte versprachen, wie schon vorher geahnt, überhaupt keinen geistigen Beistand. Ich hatte das Gefühl, ich würde fliegen, weil nichts um mich herum Sicherheit gab, ich konnte mich lediglich an mir selbst festhalten. Großartiger Plan. Nach schätzungsweise 10 Metern wagte ich einen Blick in die Außenwelt. Ich schaute - natürlich - nach unten. Und starb einen langsamen Tod.
“Ani?”
Ich nickte.
“Hast du die Augen geschlossen?”
Ich nickte.
“Ich bin so stolz auf dich!”
Ich nickte.
“Geht’s dir gut?”
Ich schüttelte den Kopf.
Es dauerte gefühlte Stunden, bis ich an der Plattform ankam. Ich wurde auf das trockene Holz gezogen und mein Herz bebte. Meine Finger waren kalt und klebrig und zitterten. 45 Meter über dem Boden, angekettet an einen dicken Baumstamm. Ich hatte es geschafft.
Warum ich euch diese Geschichte erzähle? Weil Erlebnisse, die uns aus dem Alltag werfen, unentbehrlich sind. Weil sie uns Grenzen aufzeigen und überwinden lassen, damit wir uns am Ende endlich mal wieder lebendig fühlen können. Wie verdammt wichtig das ist und wie entfernt wir von diesem Gefühl leben, erfahren wir erst, wenn wir uns trauen.
Zusammen mit mydays verlose ich einen Gutschein in Höhe von 150, mit dem ihr hoffentlich etwas Unvergessliches anstellt! Wie wäre es mit Paragliding? Einer Ballonfahrt? Tauchen oder einmal im Iglu auf der Zugspitze übernachten? Macht mich neidisch!
Was ihr dafür tun müsst?
Schreibt mir bitte unter diesen Artikel inkl. gültiger E-Mail-Adresse, was ihr euch bereits getraut habt und darauf stolz seid! Das kann alles sein und muss nicht unbedingt mit Action und Sport zu tun haben. Ich bin gespannt auf eure Anekdoten!
Das Gewinnspiel läuft bis einschließlich 1. April 2015. Ich werde am 2. April 2015 auslosen und den Gewinner per E-Mail anschreiben. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen, Familienmitglieder leider auch.
Viel Erfolg!
P.S. Wehe, der glückliche Gewinner schickt mir kein schnieke Foto von seinem Erlebnis!
(In Zusammenarbeit mit mydays - herzlichen Dank!)

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11 comments on “Ich geh’ da nicht rauf”: Gewinnspiel
Ina
Hey Anika,
toller Artikel! Ich habe ebenfalls Höhenangst, habe aber mittlerweile einen Fallschirmsprung hinter mir
Würde gerne den Gutschein gewinnen!
Michael
Wow, erst einmal Glückwunsch, dass du dich überwunden hast. Konnte beim Lesen deine Angst quasi spüren, aber auch das Gefühl, es geschafft zu haben!
Was habe ich mich getraut und war hinterher stolz drauf? Nun da fällt mir spontan vor allem eins ein: Nein, es war nicht die Nacht, als ich im von Bären bewohnten Yosemite mit dem Handy als Taschenlampe bewaffnet durch den Wald schlich, um einen Sonnenaufgang zu beobachten und auch nicht die Fahrt mit dem Auto in Dunkeln entlang einer von Serpentinen geprägten Hangstraße ohne Randbegrenzung bei der mir hinterher fast schlecht wurde, als ich bei Tageslicht sah, wo ich da entlang gefahren bin - nein - es war der Heiratsantrag an meine Frau. Man nehme, einen eher zurückhaltenen Menschen wie mich, eine Show wie “Stars in Concert” in Berlin mit 1000 fremden Menschen im Publikum und den Wagemut, einfach die Geschäftsleitung anzuschreiben, ob sie mich da nicht unterstützen könnten.. mitten in der Show bekam ich dann “zufällig” das Mikrofon. Meine damals noch Freundin lag dabei lachend im Sitz, weil ausgerechnet “mich Pechvogel” das getroffen hatte… Plötzlich Scheinwerferspot.. Ich geh vor ihr auf die Knie .. ihr Lachen verstummte abrupt.. Mein Puls bei 250 .. wochenlang geplant.. noch nie vorher dermaßem im Rampenlicht gestanden .. sie komplett geschockt und unfähig sich zu bewegen .. und dann ihr einen Antrag gemacht.. DAS war der Moment, wo ich mich im Leben zum ersten Mal komplett überwinden musste und worauf ich noch heute sehr stolz bin! … und ja, sie hat dann doch noch ein Ja herausbekommen und wir sind heute noch immer glücklich verheiratet!
Anika (author)
WOW!!
Dalai
Ja, wie recht du hast. Das Verlassen der eigenen Komfortzone gehört zum Leben einfach dazu bzw. es macht uns erst richtig klar, dass wir leben. Mich hat meiner erster Marathon in Berlin aus dieser Komfortzone gelockt. Obwohl mir ein befreundeter Fitnesstrainer total davon abgeraten hat. Und es hat mir am Ende soviel Spaß gemacht, dass ich dann die nächsten zwei Jahre darauf nochmals daran teilgenommen habe. ;o)
Aylin
Ha- erste! Da ich ein wenig Höhenangst habe, zählt Paragliding zu meinen Top “ich hab mich getraut” Erlebnissen, und auch wenn ich echt Bammel hatte und weiche Knie danach- solche Erfahrungen prägen sich besonders ein!
Ariane
Oh, da gibt es eigentlich recht viele Dinge
Ich bin da wie du, selbst immer wieder überrascht, was ich mich eigentlich traue. Ich reise los und irgendwann steh ich da und denke mir: “Oh Gott, bist du verrückt?! Was hast du dir eigentlich dabei gedacht?!”
Ich bin auf jeden Fall stolz darauf, schon alleine auf Reisen gewesen zu sein und dabei auch immer per Couchsurfing übernachtet zu haben. Und auch, wenn ich zwischendurch auf einer Raststätte irgendwo im Nirgendwo gestrandet war und dachte, jetzt ist es vorbei, bin ich stolz darauf, getrampt und völlig ohne Geld von Jena nach Berlin gekommen zu sein
Man muss eben auch stolz auf die kleinen Dinge sein…
Manuela
Also ich war schonmal im Hochseilgarten, hatte damit aber keine Probleme. Bisher gab es noch nichts großes was mich an meine “Angstgrenze” gebracht hat. Ich hab nur totale Panik vor vielen Insekten und wenn ich es dann tatsächlich mal schaffe einen rießen Käfer oder eine große Spinne zu beseitigen bin ich einfach nur erleichtert.
Umso mehr würde ich mir jetzt mit dem Gutschein mal so ein Erlebnis ermöglichen. Vielleicht Bungee Jumping oder etwas ähnliches. Ich bin dann wirklich gespannt ob ich mich das traue.
Lena
Bei deinem Artikel ist mir sofort mein letztes “ich-hab-mich-endlich-getraut-Erlebnis” eingefallen. Vor zwei Wochen war ich in Florida mit Freunden im Urlaub und wir waren im Freizeitpark in Tampa. Man muss sagen, ich bin davor nie Achterbahn gefahren, weil ich mich einfach nicht getraut habe. Und dann sind meine Freunde einfach auf die Achterbahn gegangen, weil sie wussten, dass ich es eigentlich auch will und ich hinterher..es war dann ganz schnell auch schon wieder vorbei, aber währenddessen war es schon schlimm
Christina
Glückwunsch zu dem Erfolgserlebnis
das Gefühl nach dem “über-seinen-eigenem-Schatten-springen” ist unbezahlbar.

Du hast geschrieben, dass ganz unterschiedliche Erfahrungen erlaubt sind, also teile ich auch mal, worauf ich stolz bin.
Bei Bungeejumps verschiedenster Höhen, Ziplining und allen möglichen neuen Erfahrungen bin ich normalerweise die erste, die HIER schreit (also würde der mydays-Gutschein, sollte ich ihn gewinnen, aufs Vollste ausgekostet werden :-P)
Deshalb habe ich auch mit 19 das Land verlassen und einen Auslandsaufenthalt an den nächsten gepappt. Als es dann aber 6 Jahre später darum ging, wieder nach Hause zu kommen, zu meinem Freund und meiner Familie, die ich liebe, hatte ich die Hosen voll, aber so richtig. Was, wenn ich mich in einem langweiligen Umfeld selbst als langweilig entpuppe, wenn das alles davor nur eine schöne, aufregende Maske war? Ich habe mich nach langem Ringen, Überlegen und Zweifeln getraut und bin nach Hause gegangen. Das ist etwa 10 Monate her und ich bereue nichts, ich liebe es sogar!
Siehe da, das Leben bleibt nicht stehen. Und wenn man will und ein bisschen Glück hat, ist es auch mit dem Reisen und tolle-Dinge-erleben nicht auf einmal vorbei.
Sich trauen lohnt sich (fast) immer!
Danke für diese Aktion!
Liebe Grüße, Christina
agnes
Dein Bericht ist echt super und macht bestimmt auch vielen anderen Mut, mal was Neues auszuprobieren. Ich habe mich damals getraut, für mein Studium alleine in ein fremdes Land zu ziehen und darauf bin ich immer noch ein bisschen stolz.
Viele Grüße
Agnes
Corina Seltmann
Mein Leben ist dank zwei Kinder jeden Tag ein bißchen Abenteuer. Mit Kinderaugen sieht man plötzlich auch wieder die kleinen Dinge und das ist oft wirklich abenteuerlich.
Ich bin besonders stolz drauf, dass ich mich getraut hab, alles allein zu meistern. Wir fahren zu dritt zum Campen oder auch wildzelten mit Lagerfeuer.
Eigentlich habe ich auch Höhenangst. Trotzdem habe ich bereits eine Ballonfahrt überstanden und lief auch über die höchste und längste Hängebrücke in Tirol, den Blick immer nach vorn gerichtet
Daher Hut ab für deinen Mut. Solche Herausforderungen lohnen sich. Der Stolz danach ist doch ein tolles Gefühl.