Das Wichtigste beim Reisen ist Verantwortung.

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Eins vorweg: Reisen bedeutet Verantwortung und diese trägt viele Gesichter. Kulturell, sozial, menschlich - natürlich auch und vor allem bezüglich der Umwelt. Da ich hier nicht vorhabe, einen Roman zu schreiben, habe ich meinen Fokus auf die Umwelt gelegt, vor allem, weil die überhaupt keine Stimme hat.

„Die fliegt wiedermal in ihren bezahlten Urlaub!“, lautete neulich der Kommentar eines Freundes. Mal abgesehen davon, dass mich das nicht stört, weil wir uns immer gegenseitig necken, so ist es generell eine Meinung, die wahrscheinlich einige Leser haben, die unbeholfen und neugierig auf Reiseblogs stolpern.

Doch insbesondere durch das Schreiben über Destinationen wurde mir vor allem deutlich: Neben dem Herumkommen auf diesem wunderschönen Planeten und der Arbeit, die das mit sich bringt, bedeutet eine Reise vor allem eins: Verantwortung. Für mich. Für meine Umwelt. Für alles, was ich erlebe.

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Aus meiner Betrachtung heraus heißt das zunächst Folgendes:

Schmeiß dein Hirn an, denn dafür hast du es, und das solltest du nur, weil du im Urlaub oder auf Reisen bist, nicht ausschalten. Beobachte, was du erlebst. Verarbeite es wirklich, indem du dir Gedanken machst.
Finde ich gut, was ich sehe und erlebe? Was von meinen Eindrücken kann ich mit nach Hause nehmen? Möchte ich etwas an der vorgefundenen Situation ändern? Oder vielleicht an der, die in meiner Heimat auf mich wartet? Vielleicht sogar an mir selbst?

Gerade als Vielreisender trägt man die Verantwortung, mit der Welt achtsam umzugehen. Beispielsweise wollen laut einem Artikel in der Zeit „zwanzig Prozent der Deutschen umweltbewusster reisen (…). Aber sie tun es nicht.“
Doch wenn man so oft wie manche unter uns in eine neue Kultur eintaucht, einen einsamen Strand besucht oder das Zelt vielleicht für längere Zeit in einem fremden Land aufschlägt - scheint es nicht vollkommen absurd, sich nicht mit der damit einherkommenden Verantwortung auseinanderzusetzen?

Mich belastet beim Reisen beispielsweise die hohe Umweltverschmutzung weltweit, vor allem die der Weltmeere. Parties am Strand mit extrem viel Plastikmüll und weitreichenden Schäden der Lebewesen und Pflanzenwelt? Das bricht mir schlichtweg das Herz.
Für ZEITjUNG.de habe ich deswegen einen Beitrag geschrieben und drei richtig gute Start-Ups vorgestellt, die mit Herzblut dabei sind, die Weltmeere ein Stückchen sauberer zu machen. Mein Beitrag zur Aufklärung, und mit jedem Leser ging es mir ein bisschen besser.

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Persönlich habe ich mir einige Dinge zum Ziel gesetzt, weil ich das Glück habe, viel sehen zu dürfen, dafür aber gleichzeitig eine Verantwortung mittrage, ob ich will oder nicht. Sie ist da, auf meinen Schultern, sie steigt ins Flugzeug mit ein, sie ist mein konstanter Begleiter.

Was heißt das konkret?

  • Ich lasse keinen Müll liegen. Weder auf der Straße, schon gar nicht am Strand.
  • Wenn ich einzelne Müllteile (Plastikflaschen am Strand) sehe, die dort definitiv nicht hingehören, hebe ich sie auf und entsorge sie.
  • Zuhause und unterwegs: Ich kaufe im Supermarkt keine Plastiktüten oder lehne sie im Ausland ab (in Ländern wie Spanien oder in Südamerika werden sie wie selbstverständlich mitgegeben): Es gibt so viele, schöne Stoffbeutel, schon weit vor der Hipsterei!
  • Ich kläre jeden, der möchte, über eins der schlimmsten Unternehmen auf, das ich kenne: Nestlé, das u.a. hinter Nespresso steht. Hier ein unfassbar guter und so tragikomischer Artikel über den Wahnsinn der Kaffeekapseln.
    Nestlé trägt maßgeblich zur steigenden Umweltverschmutzung und anderen, weitreichenden Folgen bei. Nicht zuletzt spricht sich das Unternehmen für die Privatisierung von Trinkwasser aus und gräbt nach Geld, indem es Grundwasser in armen Gegenden abpumpt (sozusagen kostenlos) und an reiche Schichten (uns) in Plastikflaschen (!) verkauft. Stichwort: Pure Life. #ironiedetektoranschalten
  • Ich gleiche das CO2 meiner Flüge hier aus.
  • Ich tausche step by step Tupperware gegen Glasbehälter (viel schicker) und nutze diese Flasche zum Trinken für unterwegs.

Das ist ein Anfang, und der ist absolut machbar.

Ich möchte diesen Artikel nicht mit dem erhobenen Zeigenfinger abschließen und meine eigenen Lösungen werte ich nicht als allgemein gültig - sie sollen lediglich als Vorschläge und zur Aufklärung dienen. Deswegen:

Hab Spaß am Reisen und mach es zu dem, was es letztlich ist: Das Schönste auf der ganzen Welt. Aber denke dabei an dich und denke dabei auch an die anderen. Versuch, eine perfekte Symbiose zu schaffen, für alle zusammen.

Die Sinne sensibilisieren und dieses Bewusstsein dann mit nach Hause zu nehmen, es hier zu pflanzen, in der Hoffnung, dass eine friedliche Koexistenz von Mensch, Umwelt und Tier funktionieren wird.

 

Weiterführende Links zu dem Thema:

Nachhaltiger Urlaub (ZEIT)

10 Tipps für bewussteres Reisen (Bravebird)

re:blog (Blog über Nachhaltigkeit)

Edelstahlkapsel zum Nachfüllen für alle, die eine Nespresso-Kaffeemaschine nutzen

 

Zu guter Letzt: Ein bisschen Wahnsinn aus der Chefetage.

Anmerkung: Dieser Artikel steht in keinerlei Kooperation zu genannten Produkten. Er beinhaltet außerdem keine Schleichwerbung oder Affiliate Links. Der Text spiegelt mein Bedürfnis zur Aufklärung und steht für meine Liebe zur Natur und, letztendlich, zum Reisen, damit es auch weiterhin möglich sein wird.

 

Was sind deine Gedanken? Was tust du, um verantwortungsbewusst zu leben und zu reisen?

 

3 comments

  • Vielen Dank für diesen Beitrag, Anika! Deine Regeln, die für mich auch seit Jahren gelten, möchte ich noch um eins ergänzen: Ich lobe jedes Hotel, Guesthouse und Hostel auf meinen Reisen - gerade in Entwicklungsländern - ausgiebig dafür, wenn Handtücher und Bettbezüge nur nach Aufforderung gewechselt werden. Das Umdenken in dieser Hinsicht fällt vielen Häusern schwer, weil eben gerade saubere Wäsche ein Zeichen von Wohlstand ist und sie sich damit häufig profilieren wollen. Gezielt darauf hinzuweisen, dass man diesen Schritt als wohlhabender Westler toll findet, kann eine große Wirkung haben!

  • […] ist das Größte. Hat was mit Liebe zu tun. Und im Teilen steckt auch eine gewisse Verantwortung. Zum Beispiel die, dass man ab und an teilt, was man erlebt, wenn man sich wieder einmal wochenlang […]

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