Gutshaus Neuendorf – das ökologisch sanierte Baudenkmal auf Usedom

Es folgt ein unaufgeregter Artikel. Stellt euch vor, ich würde ihn flüstern, so ruhig und entspannt ist die Atmosphäre. Ich erzähle euch etwas über das Gutshaus Neuendorf, die Region um das Achterwasser auf Usedom und was ich vier Tage lang im hohen Norden gemacht habe. Nämlich, mich erholt. Einfach nur erholt. Und Kuchen gegessen. Aber dazu gleich mehr.

Schon einmal war ich auf Usedom und habe mich in die Region rund ums Achterwasser verliebt, das in meinen Augen der eigentliche Star der Insel ist. Umso mehr habe ich mich über die Einladung des Gutshauses Neuendorf gefreut, gelegen auf der Halbinsel Gnitz am Achterwasser.

Wer meinen Blog verfolgt weiß, dass ich meine Fernreisen auch mit naheliegenden beziehungsweise mit nachhaltig zu bereisenden Zielen mische. Deshalb bin ich nun zum zweiten Mal nach Usedom gefahren, erneut mit dem Zug von München aus, worüber ihr hier genauer lesen könnt. In dem kleinen Ort Neuendorf angekommen, spürte ich sofort, wie ich mich vollkommen entspannte angesichts der Ruhe, die von der Halbinsel ausgeht. Ich öffnete die Tür meiner Veranda, streichelte den Kater, der mich sofort begrüßte und setzte mich mit einem Glas Wein nach draußen. Die Abendsonne legte sich über mein Gesicht und ich fühlte mich tiefenentspannt.

Das alte Gutshaus, das denkmalgeschützt ist.

Das üppige und leckere Frühstück auf meiner Terrasse und der Kater, mit dem ich mich schnell angefreundet habe.

 

Meine Ferienwohnung. Toll fand ich die offene Küche und die somit die Möglichkeit, mit Gästen oder Freunden zu reden und gemeinsam zu kochen.

Die große Ferienwohnung im Dachgeschoss des neuen Hauses. Ich liebte den Duft des Holzes und den lichtdurchfluteten Aufenthaltsbereich.

 

Schnell wurde meine Terrasse zum Lieblingsplatz. Ich habe jeden Morgen hier gefrühstückt und am Nachmittag gelesen.

Das alte Gutshaus, Blick auf die typischen Bauten mit Reetdach und Blick aus meiner Unterkunft nach draußen.

Was ist das Besondere am Gutshaus Neuendorf?

Die Anlage besteht aus drei Häusern. Das alte Gutshaus ist denkmalgeschützt und ist heute – nach aufwendiger und detailverliebter Arbeit – ein ökologisch saniertes Baudenkmal. Die Ferienwohnungen im Erdgeschoss sind barrierefrei und behindertenfreundlich gestaltet, außerdem gibt es noch Wohnungen im Obergeschoss. Der Salon ist ausgestattet mit einer Küche, einer langen Tafel , offenem Klavier und Kinderspielecke, rund zwanzig Menschen haben hier Platz.

Das neue Gutshaus kam 2015 dazu – sechs Ferienwohnungen befinden sich darin, alle ebenfalls streng ökologisch erbaut. Auch hier gibt es einen großen Aufenthaltsbereich mit einer langen Tafel, einem Klavier und Spielzeug.

Die dritte Säule, auf der die Anlage steht, bildet das 160 Quadratmeter große Ferienhaus, in dem bis zu 50 Personen Platz haben im Rahmen von Tagungen oder Familienfeiern.

Beim Gutshaus Neuendorf steht der sanfte Tourismus an erster Stelle. Hier wurde und wird nachhaltig, klimaneutral und konsequent ökologisch gebaut; durch die Nutzung von ökologischen Baustoffen und Materialien sind die Häuser gerade für AllergikerInnen geeignet. Seit 2015 ist der Betrieb ehc-geprüft (= eco hotels certified) und hat sofort das beste Ergebnis unter allen ehc-geprüften Hotels erreicht.

Ein paar Fakten rund um das Gutshaus Neuendorf:

  • Der Innenanstrich ist ausschließlich Lehmfarbe, die ökologisch unbedenklich ist.
  • Der Strom wird aus regenerativen Energiequellen bezogen.
  • In den Häusern gibt es keine Alufolien und Mikrowellen. Um auf Plastik zu verzichten, wird Bee’s Wrap verwendet.
  • Die Gärten und Rasenflächen werden nicht geschädigt durch Unkrautvernichter.
  • Die Heizungen befinden sich in den Decken, Wänden und Fußböden, um ein natürliches Raumklima zu schaffen – mithilfe einer Mischung aus Solarenergie und einer Wärmepumpe, die mit Ökostrom betrieben wird.
  • Das Geschirr ist handgefertigt und kommt aus der Region, es handelt sich um pommersche Keramik.
  • Die Produktion von Fruchtsäften, Marmeladen und Co. erfolgen in Handarbeit, die Zutaten sind in Bio-Qualität.
  • Reinigungsmaterialien und Seifen sind ökologisch, kleine abgepackte Utensilien gibt es nicht.

Meine Ferienwohnung lag im Erdgeschoss des neuen Gutshauses, in der ich mich pudelwohl gefühlt habe. Zwei Schlafzimmer, ein barrierefreies und somit großes Bad, eine offene und gut ausgestattete Küche, ein unheimlich bequemes Sofa und eine hübsche Terrasse. Ich kann die Anlage des Gutshauses Neuendorf nur empfehlen – und hier tut sich weiterhin was die nächsten Jahre, denn es gibt noch einige Träume und somit nachhaltige Pläne.


Und was macht man den ganzen Tag auf Gnitz?

Ich habe ausgeschlafen, in der Sonne gefrühstückt (bucht das unbedingt mit!), danach mich aufs Rad geschwungen und bin entweder entlang des Achterwassers gefahren, an die Südspitze der Halbinsel Gnitz oder gleich nach Zinnowitz, was rund zwanzig Minuten gedauert hat. Am Nachmittag bin ich immer ins fantastische Gnitzer Seelchen eingekehrt (nur Do-So geöffnet!), wo es unglaubliche Kuchen, sehr leckere Kaffeevariationen und viele hausgemachte Getränke und andere Leckereien gibt. Danach habe ich auf meiner Terrasse oder dem Sofa gelesen und schon war der Tag vorbei – ein Glas Rotwein, kochen, nochmal lesen oder Sonnenuntergang gucken, früh schlafen gehen… fertig ist der perfekte Tag auf der Halbinsel Gnitz. Ankommen und wohlfühlen, so ging es mir nun schon zum zweiten Mal auf Usedom.

Die Insel ist ein wunderbarer Ort, um sich zurückzulehnen. Wer allerdings aktiver sein möchte, kann verschiedene Wassersportarten ausprobieren, weite Radtouren unternehmen oder mit der Bahn über die ganze Insel fahren. Hier ein paar Eindrücke meiner vier Tage vor Ort:

 

Das schönste an Usedom? Mit dem Fahrrad am Achterwasser entlangfahren.

 

… verständlich, oder?

 

Wirkt unglaublich beruhigend und entschleunigend.

 

Anbieter zum Fahrradmieten gibt es einige vor Ort.

Mein zweiter Lieblingsplatz in Neuendorf: Das Gnitzer Seelchen. Diesem Café müsste ich einen eigenen Artikel widmen.

 

Miniausflug zur Südspitze der Halbinsel Gnitz.

 

Sommerfelder so weit das Auge reicht.

 

Einen Nachmittag habe ich im Strandkorb in Zinnowitz verbracht, was wunderschön war. Trotzdem ziehe ich das Achterwasser dem Meer hier vor – dass ich das mal tatsächlich sagen würde!

 

An der Südspitze von Gnitz, mitten im Wald, herrlich ruhig.

 

Zur Stärkung gings wieder zurück ins Gnitzer Seelchen. Die Kuchen sind mit die besten, die ich jemals (!) gegessen habe.

 

Klatschmohnliebe.

 

Zinnowitzer Häuser mit den traditionellen Reetdächern.

 

Die Allee von Neuendorf nach Lütow und ein paar Bewohner der Insel.

Goldene Stunde – die schönste überhaupt, vor allem in den Feldern Usedoms.

Offenlegung: Vielen Dank für die Einladung an das Team des Gutshaus Neuendorf. Meine Meinung bleibt davon unberührt – ich hatte eine wundervolle Zeit.

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