Anglesey, Wales – wo am Ende der Straße ein Haus am Meer steht.

Presseeinladung / unbezahlt

Ich komme gerne an einem Zielort in vollkommener Dunkelheit an. Als unser Auto in die Einfahrt des Cottages bog, ich ausstieg, das Meeresrauschen hörte, das Wasser jedoch nicht sah, wurde ich neugierig, malte mir aus, wie es hier aussehen musste.

Das Cable Cottage in der Cable Bay in Anglesey.

Fünf Bloggerinnen kamen um halb elf abends in der schönen Bucht an, die für fünf Nächte unser vorübergehendes Zuhause sein würde. Wir waren hundemüde und hungrig, setzten uns in die gemütliche Wohnküche an den großen Holztisch, öffneten eine Flasche Wein und ein paar Ciders. Elisa zauberte in weiser Voraussicht die Zutaten für Pasta Aglio Olio aus ihrem Rucksack und eine Stunde später aßen wir, um schließlich um kurz vor Mitternacht ins Bett zu fallen.

Ich schnappte mir ein wunderschönes Zimmer im ersten Stock, das nur über eine schwindelerregend steile Treppe zu erreichen war. Als ich am nächsten Morgen aufwachte, fühlte ich mich so erholt wie lange nicht mehr, ich hatte das Gefühl, das Rauschen des Atlantiks war in meine Träume geschlüpft und hatte mich sanft hin und hergewogen.

Ich streckte mich. Ich hörte den Wind ums Haus heulen. Holz knarrte. Mein Bett war warm, es war urgemütlich, doch die Neugier schob die Decke von mir. Ich stand auf, öffnete das Fenster und blickte direkt in die Bucht vor mir – keine zwanzig Meter entfernt rollte das Wasser heran.

Und genau das war auch mein Highlight. Die Insel Anglesey, die über eine Brücke mit dem Festland von Wales verbunden ist, ist wunderschön, im Frühjahr erblüht alles, das Gras ist so grün, man möchte meinen, jemand hätte einen Farbeimer darübergekippt. Glückliche Schafe und Kühe so weit das Auge reicht. Ganz so, wie man sich das vorstellt. Doch in unserem Cottage zu sitzen, mit Kaffee, Tee und Scones, während es draußen regnete und kurze Zeit später der Himmel aufriss und den schönsten aller Sonnenuntergänge bot – das war so besonders. Wir hatten vorgehabt, etwas zu arbeiten, wirklich getan haben wir jedoch nichts. Wir tankten auf, lachten viel, unterhielten uns, machten ein Nickerchen oder lasen. Wer sich nach diesem wohligen Gefühl sehnt, wer schon immer mal direkt am Meer wohnen wollte, der sollte den Koffer packen und nach Wales fliegen. Hier steht ein Haus in einer Bucht.

Was man sonst unternehmen kann, möchte ich natürlich nicht vorenthalten.

 

Sonnenuntergang – dieses Bild habe ich direkt vor unserem Cottage gemacht.

Von links nach rechts: Das Wohnzimmer, das Bücherregal im Wohnzimmer, die Treppe zu meinem Schlafzimmer

 

Ein weiter, wunderschöner Strand. Die Church Bay direkt nebenan.
Sonnenuntergang in unserer Bucht.

 

Der höchste Punkt von Wales und weite Landschaften zum Durchstreifen

Mit 1085 Metern ist der Snowdon der höchste Berg in Wales. Der Blick vom Gipfel ist atemberaubend, der Anstieg über verschiedene Routen möglich und wer lieber nur absteigen möchte – das dauert rund zwei Stunden – kann auch mit der Zahnradbahn nach oben fahren (und natürlich auch zurück). Diese Fahrt ist, um es mal auf ein Wort, das ich sehr mag, herunterzubrechen: ulkig. Bis auf den letzten Platz war sie vollbesetzt und tuckerte langsam den Gipfel hinauf, was rund eine Stunde dauerte, gleichzeitig tolle Aussichten bot, während man selbst bequem sitzen konnte. Nicht für jeden etwas, aber definitiv eine Option.

Infos zum Snowdon gibt es hier.

Hinten das Meer, vorne ein See – der Blick vom Gipfel.

 

Das Wetter kann sich schnell ändern – im Mai war es richtig kalt dort oben.
Ich liebte die weiten Blicke und die weichen Felder.

Der Snowdon Nationalpark ist viel zu schön und abwechslungsreich, um ihm nur eine kurze Stippvisite zu schenken, deshalb kamen wir nach der Halbtagestour auf den Mount Snowdon am nächsten Tag zurück für eine leichtere Wanderung – die Umrundung des wunderschönen Lake Idwal auf dem Cwm Idwal walk. An dem Tag zeigte sich das Wetter erneut von seiner dramatischen Seite, was der Atmosphäre viel Mystik verlieh, und wir konnten uns nur ansatzweise vorstellen, wie die Landschaft um uns herum aussah, wäre sie in eine goldene Frühlingssonne getaucht.

Hier gibt es die Möglichkeit, den See entlang des Ufers zu umrunden, oder ein paar Höhenmeter machen und von oben grandiose Aussichten zu haben. Unsere Wahl fiel auf die zweite Option, wir ließen uns den Wind um die Ohren pfeifen und atmeten tief ein und aus. Und weil sie dazugehört, hier die sagenumwogene Geschichte des Ortes:

Der Legende nach war Idwal im zwölften Jahrhundert der Sohn des Prinzen Owain Gwynedd. Idwal wurde zu seinem Onkel Nefydd geschickt, während sein Vater im Krieg war. Nefydd war ein eifersüchtiger Mann, der Idwal in den See schubste und lachend dabei zusah, wie er ertrank. Owain war am Boden zerstört, als er die Nachricht erfuhr, und benannte den See nach seinem Sohn. Bis heute glaubt man daran, dass die Vögel sich an den Schwur halten, nicht über das Wasser zu fliegen – aus Respekt gegenüber des toten Prinzen.

Blick auf den Lake Idwal.

 

 

Leuchttürme, schroffe Klippen und atemberaubende Aussichten

Eine kurze Autofahrt vom Cable Cottage ist das Wahrzeichen der Insel zu finden, der Leuchtturm South Stack. Wer die Insel umrundet, stößt auch auf der anderen Seite am Penmon Point erneut auf einen Leuchtturm, der bei Flut komplett im Wasser steht.

Der bekannte South Stack.
Nur wenige Minuten vom South Stack entfernt – wunderschöne Klippen und Aussichtspunkte.

 

 

Penmon Point mit dem Trwyn Du Leuchtturm.

Wandern vor der Haustür auf dem Anglesey Coastal Path

Bleibt noch unbedingt zu erwähnen, dass der Anglesey Coastal Path direkt am Cable Cottage vorbeiführt und es somit möglich macht, vor der Haustür mit einer Wanderung zu starten. An einem nebelverhangenen Morgen brachen wir auf für ein paar Kilometer entlang der Küste auf und knipsten uns die Finger wund. Wenn das Wetter besser ist oder die Füße nicht müde sind, kann man auf diesem Weg die komplette Insel umrunden – 200 Kilometer sind es insgesamt. Zeit sollte man dafür aber auf jeden Fall mitbringen.

Der Coastal Walk, im Hintergrund ist die Church Bay zu sehen, der lange Sandstrand, der eine Bucht von unserem Haus entfernt lag.

Wales war für mich lange ein weißer Fleck. Nicht nur auf der Karte, sondern auch in meinem Kopf. Als ich vor ein paar Jahren wunderschöne Aufnahmen aus dem märchenhaften Snowdonia National Park gesehen habe, wollte ich dorthin. Und es war so schön. Diese fünf Tage mit meinen liebsten Bloggerkolleginnen zu teilen, aufzutanken, Zeit im Cottage zu verbringen und die satte Natur zu genießen. Ganz besonders, immer und immer wieder: die Sonnenuntergänge. Waren sie das vielleicht, die allerschönsten?

Mein persönliches Lieblingsbild, entstanden am ersten Abend nach der Anreise.

 

 

Blick aus dem offenen Wohnzimmerfenster.

Ich war in Wales mit Fräulein Draußen, Seiltanz, take an adVANture und Coconut Sports – schaut doch mal auf ihren Blogs vorbei.

Transparenz: Ich wurde von Visit Wales zu dieser Reise eingeladen, es war eine unbezahlte Pressereise. Meine Meinung davon bleibt unberührt. Herzlichen Dank für die Organisation und Möglichkeit, diesen Ort entdecken zu dürfen.

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