New York Spaziergang: Meine sechs Lieblingsspots

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Über die Millionenmetropole an der Ostküste der USA könnte man natürlich einen Roman schreiben. Aber es gibt schon etliche Abhandlungen und auf weiße Flächen gepresste Worte, um diese Stadt beschreiben zu können.
 In meinem Artikel „New York und ich und die Melancholie“ ging es um all meine Eindrücke, die ich aufgeschrieben habe, nachdem ich nach 14 Jahren in meine Lieblingsstadt zurückkehrte. Dass das teilweise nicht nur rosarote Begegnungen mit bunten Einhörnern waren, mich niemand für ein Broadwaystück engagiert hat und der nackte Cowboy am Times Square nicht aufzutreiben war, kann man in diesen Zeilen ganz deutlich lesen. Aber ich bin trotzdem und weiterhin und wahrscheinlich für immer verliebt in New York, weil es eine ganz leise Liebesgeschichte ist und uns mittlerweile so viel verbindet, das viel weiter reicht, als die Distanz, die uns trennt.

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Deswegen habe ich mal meine Lieblingsspots aufgeschrieben und sie in einem Tagesausflug verbunden. Das Ganze habe ich auch als Karte für euch zusammengestellt, visuell vielleicht nicht so ansprechend wie bei manch illustren High-End-Design-Karten, aber was soll’s, ich habe eine Schwäche für Paint und dem kindlichen Charakter. Habt Spaß und kommt mit, jetzt vorerst virtuell, vielleicht irgendwann mal so wirklich. Zum Anfassen.

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1. Die Magnolia Bakery. Spätestens seit Sex and the City kein Geheimtipp mehr, denn die Magnolia Bakery ist schon lange expandiert und man findet sie mittlerweile sogar an der Westküste, in keiner geringeren Stadt als Los Angeles. Trotzdem: Der mintgrüne Anstrich im Hintergrund, rosafarbene, detailverliebt verzierte Cupakes im Vordergrund, was will das Mädchenherz denn mehr? Hier lässt es sich bestens in den Tag starten, am schönsten ist es, bei Sonnenschein draußen auf der Bank zu sitzen und sich von der Wärme küssen zu lassen, während die Schokolade im Mund zerläuft.

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2. Man laufe die Bleecker-Street (südlich) entlang, eine meiner Lieblingsstraßen, da sie durch Greenwich Village verläuft, dem Stadteil, der es mir mit am meisten angetan hat. Vor allem im Frühling, wenn die Kirschbäume die Alleen säumen und ihre riesigen, weißen Blüten durch die Luft tanzen, kann man die großen und kleinen Straßen entlangschlendern, vorbei an kleinen Shops und vielen weiteren, süßen Cafés, die der Magnolia Bakery in nichts nach stehen. Ich bin ab und an in die Seitenstraßen abgebogen und habe mich auf die Treppen der wunderhübsch hergerichteten Townhäuser gesetzt. Und mir dabei vorgestellt, ich würde hier wohnen, alleine schon wegen der großen Holztüren und den farbigen Feuerleitern.
Tipp: The Little Lebowski Shop, ein kleiner Laden, der dem Film um Jeff Bridges gewidmet ist. Großartig.

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3. The Market NYC. Mal kurz der Nase nach irgendwo abgebogen, stand ich im Market, einem der größten Indoor-Märkte von New York. Jungdesigner, wohin das Auge reicht, vom handgefertigen Goldschmuck bis hin zum Kunstdruck und teuren Klamotten gibt es hier so viel Auswahl zum Stöbern und Shoppen, dass man gut und gerne einen ganzen Tag im Market verbringen kann. Wer noch keine Mitbringsel für zu Hause hat und auf die Miniaturausgaben von Freiheitsstatue und Co. verzichten möchte, findet hier definitiv das perfekte Geschenk.

4. Weiter geht’s Richtung Osten, ins East Village, welches unterhalb von Stuyvesant Town und überhalb der ärmeren Lower East Side liegt. Ich liebe dieses Viertel, weil es – im Gegensatz zu Greenwich – rauer ist. Obwohl die Szene aus Punks und Indierock gepaart mit Sexshops jeglicher Art nicht mehr so stark vertreten ist, wie sie mal war, findet man sie immer noch hindurchscheinen und der krasse Kontrast zu touristischen Ballungszentren wie dem Times Square oder der Upper East Side ist klar zu erkennen. Außerdem gibt es tolle vegane und vegetarische Restaurants. Einfach durch die Straßen streifen und in die kuriosen Lädchen einkehren beziehungsweise in den Park setzen und Leute beobachten!

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5. Müde Füße? Rein in die U-Bahn und los geht die Fahrt über die Williamsburg Bridge, direkt hinein ins angesagte Brooklyn, wo der Hipster geboren wurde und immer noch nicht müde wird, in Röhrenjeans, Hornbrille und Jutebeutel durch die Straßen zu hetzen. Wahrscheinlich hier hin: best Coffeeshop in town, das Atlas Café. Super leckere Bagels, schöne Inneneinrichtung mit viel Holz und vergilbter Weltkarte an der Wand. Feinster Stop für einen Snack und eine Pause, bevor es kreuz und quer durch Brookyln geht, denn an jeder Ecke wartet atemberaubende Streetart an den Wänden. Und manchmal, da gilt das Sprichwort: have a closer look.

Schatztruhe im Atlas Cafe
Viele orthodoxe Juden leben in Brooklyn.
Streetart im Hafen von Williamsburg
Streetart im Hafen von Williamsburg

6. Zurück über die Williamsburg Bridge, könnte es schon dunkel sein oder gerade dämmern. Perfekt also, um der Skyline Manhattans entgegenzubrausen. Wer noch mehr sehen will und noch nicht genug von diesem Tag hat, kann durch das nächtliche Tribeca („triangle below canal street“) stöbern. Das kleine Viertel am Hudson River versprüht vor allem in den Abendstunden durch den Hafencharakter und den imposanten Industriehallen einen sehr mystischen Charme. Mittlerweile sind die Lofts dort äußerst beliebt geworden, sodass Promis wie Beyonce und Jay Z oder Olivia Palerma hier wohnen und auch Robert DeNiro hat hier sein bekanntes Restaurant aufgeschlagen, den Tribeca Grill.

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Diese Karte wurde von einem 4-jährigen Praktikanten erstellt.

 

 

Viel Spaß beim Verlieben! Irgendwelche weiteren Tipps entlang der Route? Oder ganz woanders? Rein damit in die Kommentare!

 

6 comments

  • Wenn ich jemals wieder … dann mit deinen Tipps! Und die Karte ist einfach nur perfekt, sagt sie mir doch: Hier ein paar extra Runden drehen, denn es lohnt sich! Hasta la vista NYC! Jutta

    • haha! Mein Freund hat sich kaputt gelacht, als ich sie ihm gezeigt habe. War wie Malen nach Zahlen. Ach ja :)

  • Die Karte ist in der Tat sehenswert :) Auch sonst ist der Beitrag unterhaltsam und informativ. Es macht viel mehr Spaß einen Beitrag zu lesen, wenn jemand länger als nur ein Wochenende in einer Stadt verbracht hat…

    Viele Grüsse aus FFM!
    Michael J.

  • […] bin nach Mauritius geflogen, weil ich wollte. Nicht, um einen spektakulären Geburtstag zu feiern. Letztes Jahr um diese Zeit war ich in New York, und selbst das war gar nicht mal besonders glamourös, nachdem ich nachts wegen akuter Übelkeit […]

  • […] Angeles hatte sich sehr spontan für mich ergeben, da ich nach meiner unbezahlbaren Liebe zu New York endlich mal die Westküste erleben wollte. Sand in den Haaren und trotzdem mitten in der […]

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