Zugegeben: Die drei Tage, die wir Ende März durch Istanbul geschlendert sind, haben wir vor allem damit verbracht, große Mengen an türkischen Spezialitäten zu schlemmen und uns schweren Rotwein einzuverleiben. Hat ganz wunderbar geklappt, obwohl so viele doch immer meinen, die türkische Küche hätte für Vegetarier nichts zu bieten.
 
Papperlapapp, da kann ich nur lachen und sagen, aber hallo! Lesen, gucken, staunen, merken, hier gibt es meine absoluten kulinarischen Tipps für Istanbul: Cafés, Restaurants, Bars. Auf die Bäuche, fertig, los:

Einmal alles, bitte, danke !

In Balat waren wir zuhause, deswegen kann ich in diesem traditionsreichen Stadtviertel zwei Cafés empfehlen, um total entspannt in den Tag zu starten. Das Schöne an Balat ist nämlich sowieso, dass es zwar lange nicht mehr unentdeckt unter den Touristen ist, allerdings auch nicht überlaufen, nicht hübsch hergerichtet und ein bisschen verschlafen. Vor allem am Wochenende.

Das cleane und fast schon schicke Domino Café stach zwar heraus, machte aber leckeren Cappuccino und ein umwerfendes Omelett. Auch die Kuchen sahen fein aus, das Wasser stand in schönen Karaffen auf den Tischen und Spiele für die Kleinen gab es ebenfalls. Hö Hö Hö.

Ein paar Blöcke weiter haben wir das Café Fener entdeckt, wo es neben Çay (den es natürlich überall gibt, nur leider in der türkischen Variante nicht so mein Fall ist) auch sehr leckeren Kaffee gibt, denn – aufgepasst – der stammt von Juan Valdez aus Kolumbien. Schön. Ich mochte es dort, alles ein bisschen alt und verstaubt, romantisch verspielt.

sweets_anidenkt

Süßkram gibt es überall, wir sind immer mal wieder in Patisserien gestolpert und haben uns was auf die Hand mitgenommen. Stichwort Baklava, aber auch ganz andere Schätzchen.  

Geheimtipp: Für die besten Profiterol steuern die Locals übrigens das Inci an.

Als meine Freundin Mirjam mir riet, in Istanbul immer mal wieder nach oben zu schauen, da so manche Bar mit Dachterrasse von unten nicht automatisch ersichtlich ist, habe ich glücklicherweise daran gedacht, als wir durch die nächtlichen Gassen von Beyoğlu streiften.
Es war Samstagabend und so viel los, dass wir nirgendwo ein Plätzchen fanden. Ich blickte im richtigen Moment nach oben und erspähte im 6. Stock eines Hauses eine komplette Etage beleuchtet – das sah mir nach einem Restaurant meiner Wahl aus.

Wir gingen in den unscheinbaren Hausflur, suchten vergebens ein Schild, stiegen aber neugierig in den alten Aufzug, der nach oben fuhr. Ratterdipatz, da öffnete uns schon ein lächelnder (See)Mann die Tür und wir standen mitten im Restaurant Tavanarasi, einer alten und richtig schönen Taverne, wo es einen super Käseteller und Hauswein gab. Love, love, love! Suchen und Finden – es lohnt sich!

 

Ebenfalls ein kulinarisches Highlight in Beyoğlu: Das zuckersüße Datli Maya, ein Foodspot mit leckeren Speisen in der Auslage, einem Steinofen und offener Küche. Wirklich zauberhaft, auch und vor allem das Drumherum: Cihangir, ein schönes, sehr hippes Viertel zum Schlendern und Shoppen.

Als es uns am dritten und letzten Tag per Fahrt über den Bosporus nach Kadiköy, dem alternativen Taksim, verschlug, trafen wir uns mit Freunden von Deniz’ Familie, die uns noch tiefer in die kulinarischen Welten der türkischen Küche entführten und wir uns hungrig auf das Essen im Ciya Sofrasi stürzten. Mitten in Kadiköy, einem bunten Treiben aus Märkten, Kneipen und Cafés – alles sehr echt und unverschnörkelt. Mitbringsel sind hier um einiges günstiger als anderswo.

Feinster Bar- und Feiertipp zum Abschluss:
Peyote in Beyoğlu. Ist eine etwas düstere Bar (die schwarze Katze gab es auch), in der man sich Stunden aufhalten und Menschen beobachten kann. Der Wein war super, der DJ noch besser.

Vielen Dank an Mirjam für die tollen Insidertipps!

 

Artikel gefallen?